Ausgabe August 2003

Totgesagte leben länger

Zur antizipatorischen Rolle der Neuen Arbeit

Vor drei Jahren noch schien ihr Siegeszug unaufhaltsam: ein anhaltender Strom von Innovationen, eine Welle von Unternehmensneugründungen und eine zunehmende Anzahl von Börsengängen zeugten vom stürmischen Aufbruch der New Economy. Junge Unternehmensgründer wurden zu Börsenstars, New-Economy-Unternehmer begannen, selbst große Firmen der Old Economy aufzukaufen, und zweistellige Raten des Unternehmenswachstums galten in der Branche als selbstverständlich. Auch die Arbeitswelt blieb nicht unberührt. Eine neue Kultur der Arbeit schien sich mit dem Aufblühen der Start-ups Bahn zu brechen. Die Arbeitspolitik in den Unternehmen der Old Economy erschien plötzlich als überholt und "von gestern". Vor allem weckte die New Economy Hoffnung auf neue Arbeitsplätze. Die Neue Wirtschaft galt bald als job machine, die von Monat zu Monat ihr Personal aufstockte. Mehr noch: Der Hunger der Neuen Ökonomie nach hoch qualifizierten Arbeitskräften konnte offenbar gar nicht gestillt werden. Branchenvertreter beklagten lauthals, dass 75000 Arbeitsplätze nicht besetzt werden könnten und dass durch diesen Fachkräftemangel weitere Wachstums- und Beschäftigungschancen verloren gingen.

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Aktuelle Ausgabe Februar 2026

In der Februar-Ausgabe analysiert Ferdinand Muggenthaler die Folgen des US-Militärschlags in Venezuela für Lateinamerika – und erläutert, an welche Grenzen Trumps imperiale Ambitionen auf dem Subkontinent stoßen könnten. Nach vier Jahren russischer Vollinvasion und einem Jahr Trump ist die Ukraine zu einem zentralen Schauplatz im Ringen um eine imperiale globale Ordnung avanciert, argumentiert Steffen Vogel. Ulrich Menzel beschreibt die Konturen des heranbrechenden neuen imperialistischen Zeitalters, in dem das »Trio infernale« – USA, Russland und China – miteinander um die globale Vorherrschaft ringt. Seyla Benhabib beleuchtet unter Rückgriff auf das Denken Hannah Arendts die dramatischen Herausforderungen der Demokratie im planetarischen Zeitalter. Sonja Peteranderl zeigt auf, wie sich deutsche Behörden aus ihrer Abhängigkeit von Trump-hörigen Tech-Konzernen lösen können. Dass der öffentlich-rechtliche Rundfunk hierzulande nicht nur innenpolitisch unter Druck steht, sondern auch ausländische Regierungen politisch Einfluss auszuüben versuchen, zeigt Wolfgang Kraushaar am Beispiel der Kontroverse um die ARD-Israel-Korrespondentin Sophie von der Tann. Und Georg Diez plädiert angesichts der wachsenden Stimmenanteile der AfD für die Abkehr von Parteidisziplin und den Umbau der Demokratie hin zu einer zielorientierten Zwei-Drittel-Republik.

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