Ausgabe November 2003

Probleme der Urbanisierung

Zwei Trends prägten die weltweite Bevölkerungsentwicklung in der zweiten Hälfte des 20. Jahrhunderts: Erstens nahm die Weltbevölkerung kontinuierlich zu, von drei Milliarden im Jahr 1960 verdoppelte sie sich auf über sechs Milliarden Menschen im Jahr 2001. Zweitens leben immer mehr Menschen in Städten: 1960 waren es etwa ein Drittel, heute beträgt der Anteil der Stadtbewohner an der Gesamtbevölkerung fast die Hälfte. Die Bevölkerungszunahme in den Städten ("Urbanisierung") liegt damit über dem Durchschnitt der gesamten Bevölkerungszunahme. In Südasien und im Afrika südlich der Sahara, wo bisher die weitaus meisten Menschen in ländlichen Gegenden leben, sind die Zuwachsraten des Bevölkerungsanteils der Städte besonders hoch: In Asien würde sich der Anteil der städtischen Bevölkerung beim derzeitigen Wachstum in 25 Jahren verdoppelt haben, in Afrika südlich der Sahara sogar schon in 17 Jahren.

Am deutlichsten lässt sich der Trend der Urbanisierung bei den so genannten Megastädten beobachten. Als Megastädte bezeichnet man urbane Agglomerationen mit mehr als zehn Mio. Einwohnern. Häufig zählt man zu einer Megastadt auch benachbarte Städte, wenn die Grenzen fließend verlaufen, wie beispielsweise bei den Städten des Ruhrgebietes.

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In der Februar-Ausgabe analysiert Ferdinand Muggenthaler die Folgen des US-Militärschlags in Venezuela für Lateinamerika – und erläutert, an welche Grenzen Trumps imperiale Ambitionen auf dem Subkontinent stoßen könnten. Nach vier Jahren russischer Vollinvasion und einem Jahr Trump ist die Ukraine zu einem zentralen Schauplatz im Ringen um eine imperiale globale Ordnung avanciert, argumentiert Steffen Vogel. Ulrich Menzel beschreibt die Konturen des heranbrechenden neuen imperialistischen Zeitalters, in dem das »Trio infernale« – USA, Russland und China – miteinander um die globale Vorherrschaft ringt. Seyla Benhabib beleuchtet unter Rückgriff auf das Denken Hannah Arendts die dramatischen Herausforderungen der Demokratie im planetarischen Zeitalter. Sonja Peteranderl zeigt auf, wie sich deutsche Behörden aus ihrer Abhängigkeit von Trump-hörigen Tech-Konzernen lösen können. Dass der öffentlich-rechtliche Rundfunk hierzulande nicht nur innenpolitisch unter Druck steht, sondern auch ausländische Regierungen politisch Einfluss auszuüben versuchen, zeigt Wolfgang Kraushaar am Beispiel der Kontroverse um die ARD-Israel-Korrespondentin Sophie von der Tann. Und Georg Diez plädiert angesichts der wachsenden Stimmenanteile der AfD für die Abkehr von Parteidisziplin und den Umbau der Demokratie hin zu einer zielorientierten Zwei-Drittel-Republik.

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