Ausgabe Juni 2004

Labor Ostdeutschland

Der Osten Deutschlands ist wieder zum politischen Thema geworden. Eines, bei dem nur vordergründig die Zukunft Ostdeutschlands verhandelt wird. Untergründig geht es um tief sitzende Vorurteile und Konkurrenzängste – und das sowohl im Hinblick auf die EUOsterweiterung als auch in Bezug auf den Aufbau Ost. Es geht also immer auch um die ganze Republik, um ihre ökonomische, soziale und gesellschaft- liche Zukunft – eine Frage, die gerade im Hinblick auf die in diesem Jahr anstehenden Landtagswahlen in Ostdeutschland neue Bedeutung gewinnt.

Im März hatten Bundesverkehrsminister Manfred Stolpe und Sachsens Ministerpräsident Georg Milbradt gerade erst je eigene Vorschläge für eine Neujustierung des Aufbaus Ost vorgetragen, da gab "Der Spiegel" der aufziehenden Debatte um einen Kurswechsel in der Ostförderung eine neue Wendung. Der Osten bremst den Westen aus, lautete die steile These.1 Dabei stützte sich das Magazin auf ein vertrauliches Papier, das eine Regierungskommission unter Leitung des ehemaligen Hamburger Bürgermeisters und späteren Treuhand-Managers Klaus von Dohnanyi erarbeitet hatte. Den Befund der Kommission fasste der "Spiegel" so zusammen: "Der Osten steht still – und der Westen stürzt ab, weil er die Milliardentransfers längst aus der eigenen Substanz begleichen muss.

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Aktuelle Ausgabe Februar 2026

In der Februar-Ausgabe analysiert Ferdinand Muggenthaler die Folgen des US-Militärschlags in Venezuela für Lateinamerika – und erläutert, an welche Grenzen Trumps imperiale Ambitionen auf dem Subkontinent stoßen könnten. Nach vier Jahren russischer Vollinvasion und einem Jahr Trump ist die Ukraine zu einem zentralen Schauplatz im Ringen um eine imperiale globale Ordnung avanciert, argumentiert Steffen Vogel. Ulrich Menzel beschreibt die Konturen des heranbrechenden neuen imperialistischen Zeitalters, in dem das »Trio infernale« – USA, Russland und China – miteinander um die globale Vorherrschaft ringt. Seyla Benhabib beleuchtet unter Rückgriff auf das Denken Hannah Arendts die dramatischen Herausforderungen der Demokratie im planetarischen Zeitalter. Sonja Peteranderl zeigt auf, wie sich deutsche Behörden aus ihrer Abhängigkeit von Trump-hörigen Tech-Konzernen lösen können. Dass der öffentlich-rechtliche Rundfunk hierzulande nicht nur innenpolitisch unter Druck steht, sondern auch ausländische Regierungen politisch Einfluss auszuüben versuchen, zeigt Wolfgang Kraushaar am Beispiel der Kontroverse um die ARD-Israel-Korrespondentin Sophie von der Tann. Und Georg Diez plädiert angesichts der wachsenden Stimmenanteile der AfD für die Abkehr von Parteidisziplin und den Umbau der Demokratie hin zu einer zielorientierten Zwei-Drittel-Republik.

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