Ausgabe August 2004

Linksruck in Kanada?

"Überraschung", "Linksruck" und "Instabilität" lauten die Schlagworte, mit denen die Kommentatoren den Ausgang der kanadischen Wahlen vom 28. Juni 2004 beschreiben. In der Tat ist das Wahlergebnis eine faustdicke Überraschung vor allem für jene Demoskopen, die noch bis zum Wahltag ein Kopf-an-Kopf-Rennen zwischen der regierenden Liberal Party unter Premierminister Paul Martin und der oppositionellen Conservative Party of Canada vorausgesagt hatten. Stattdessen werden die Liberalen mit 36,7 Prozent der Stimmen (135 Abgeordnete) vermutlich eine Minderheitsregierung stellen können und damit die Konservativen, die lediglich 29,6 Prozent (99 Sitze) erlangten, klar auf Platz 2 verweisen. Die sozialdemokratische New Democratic Party (NDP) verdoppelte ihren Anteil auf 15,7 Prozent (19 Sitze). Die Grünen errangen einen Achtungserfolg mit 4,3 Prozent, blieben aber aufgrund des Mehrheitswahlrechts ohne Abgeordnete. Überrascht hat auch das gute Abschneiden des nur in der frankophonen Provinz Québec angetreten Bloc Québécois mit landesweit 12,4 Prozent (54 Abgeordnete).

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