Ausgabe Oktober 2004

Korruption aus ökonomischer Sicht

Korruption - landläufig als Missbrauch öffentlicher Mittel für private Zwecke definiert - hat es zu allen Zeiten in allen politischen Systemen gegeben. Gesellschaftlicher Schaden entsteht bei Korruption nicht durch die Höhe der bezahlten Bestechungsgelder; diese stellen nur eine Umverteilung von Ressourcen dar. Schaden entsteht dadurch, dass wichtige Entscheidungen verzerrt werden: Öffentliche Investitionen werden nicht im Interesse der Gesellschaft gelenkt, korrupte Beamte verlangsamen unter Umständen ihr Arbeitstempo, damit die Bezahlung von Beschleunigungsgeldern umso notwendiger wird etc. Den Schaden tragen die Steuerzahler - aber sie merken es nicht.

Wissenschaftlich untersucht wurde das Phänomen Korruption in den vergangenen Jahrzehnten vor allen von Vertretern der juristischen Fakultäten, weniger von Ökonomen. Seit etwa einem Jahrzehnt haben sich nun die Ökonomen verstärkt mit Korruption, ihren Ursachen und Folgen beschäftigt. Ein Beleg dafür ist, dass neben Ranglisten olympischer Medaillen auch solche der Korruptionsintensität in einzelnen Ländern in der Öffentlichkeit erscheinen.

Das Deutsche Institut für Wirtschaftsforschung (DIW) hat vor wenigen Wochen einen Sammelband herausgegeben, in dem zwölf Autoren ihre Forschungen zu diesem Gegenstand vorstellen.

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Aktuelle Ausgabe Februar 2026

In der Februar-Ausgabe analysiert Ferdinand Muggenthaler die Folgen des US-Militärschlags in Venezuela für Lateinamerika – und erläutert, an welche Grenzen Trumps imperiale Ambitionen auf dem Subkontinent stoßen könnten. Nach vier Jahren russischer Vollinvasion und einem Jahr Trump ist die Ukraine zu einem zentralen Schauplatz im Ringen um eine imperiale globale Ordnung avanciert, argumentiert Steffen Vogel. Ulrich Menzel beschreibt die Konturen des heranbrechenden neuen imperialistischen Zeitalters, in dem das »Trio infernale« – USA, Russland und China – miteinander um die globale Vorherrschaft ringt. Seyla Benhabib beleuchtet unter Rückgriff auf das Denken Hannah Arendts die dramatischen Herausforderungen der Demokratie im planetarischen Zeitalter. Sonja Peteranderl zeigt auf, wie sich deutsche Behörden aus ihrer Abhängigkeit von Trump-hörigen Tech-Konzernen lösen können. Dass der öffentlich-rechtliche Rundfunk hierzulande nicht nur innenpolitisch unter Druck steht, sondern auch ausländische Regierungen politisch Einfluss auszuüben versuchen, zeigt Wolfgang Kraushaar am Beispiel der Kontroverse um die ARD-Israel-Korrespondentin Sophie von der Tann. Und Georg Diez plädiert angesichts der wachsenden Stimmenanteile der AfD für die Abkehr von Parteidisziplin und den Umbau der Demokratie hin zu einer zielorientierten Zwei-Drittel-Republik.

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