Ausgabe März 2005

Shell in Nigeria und Exxon in Aceh:

Transnationale Konzerne im Bürgerkrieg

Spätestens seit dem Ende des Ost-West-Konfliktes ist die stetig wachsende Zahl von Bürgerkriegen in den Fokus der Medien geraten.1 Die Gewalt in diesen blutigen Konflikten wird üblicherweise als ein innerstaatliches, "hausgemachtes" Problem dargestellt. Schon die Begriffe "Bürgerkrieg" und "innerstaatlicher Konflikt" suggerieren dabei die Abstinenz äußerer Einflussnahme.

Spätestens seit dem Ende des Ost-West-Konfliktes ist die stetig wachsende Zahl von Bürgerkriegen in den Fokus der Medien geraten.1 Die Gewalt in diesen blutigen Konflikten wird üblicherweise als ein innerstaatliches, "hausgemachtes" Problem dargestellt. Schon die Begriffe "Bürgerkrieg" und "innerstaatlicher Konflikt" suggerieren dabei die Abstinenz äußerer Einflussnahme. Kaum Beachtung findet dagegen die Rolle externer Akteure, insbesondere von transnationalen Konzernen (TNK).2 Diese gerieren sich gerne als am Konfliktgeschehen unbeteiligte, "neutrale" Wirtschaftsakteure. Faktisch verfolgen sie jedoch keineswegs nur wirtschaftliche Interessen, im Gegenteil: Nicht selten sind TNK direkt am Kriegsgeschehen beteiligt.

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Aktuelle Ausgabe Juni 2026

In der Juni-Ausgabe deutet Andreas Püttmann den Aufstieg der Rechten als Ausdruck einer tiefgreifenden kulturellen Krise und eines entgrenzten Narzissmus. Meron Mendel plädiert für eine Pluralisierung der Erinnerungskultur, die nicht nur warnt, sondern auch verbindet. Angesichts des gegenwärtigen autoritären Umbruchs entwirft Franziska Brantner einen neuen Liberalismus, der Freiheit, Gerechtigkeit und Nachhaltigkeit zusammendenkt. Nina Kolleck erklärt, warum die Nutzung von Social Media kein Privatproblem ist und die Verantwortung für deren gravierende Folgen zuvorderst bei den Plattformbetreibern liegt. Carola Lentz würdigt die Geschichte des Goethe-Instituts und die demokratische Qualität seiner Kulturarbeit, die heute zunehmend in das Fahrwasser rauer Machtpolitik gerate. Wolfgang Zellner lotet in einer von Ordnungszerfall und Großmachtkonkurrenz geprägten Welt die Handlungsspielräume Europas aus, während Wolfgang Kaleck fragt, wie sich das Völkerrecht gegen Trump verteidigen – und weiterentwickeln – lässt.

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