Ausgabe Juli 2005

Verantwortlich fliegen

Der Flugverkehr nimmt ständig und rasch zu, dementsprechend steigt auch sein Beitrag zur globalen Erwärmung. Der Anteil des Flugverkehrs am weltweiten Ausstoß von Treibhausgasen liegt heute bei fünf Prozent, in einigen Industrienationen liegt er bereits bei über zehn Prozent. Die Auswirkungen des Flugverkehrs auf den Klimawandel sind bis heute noch nicht wirklich ins öffentliche Bewusstsein gedrungen. Fliegen bleibt attraktiv, viele betrachten es als selbstverständlich, ihre Ferien am anderen Ende der Welt zu verbringen und Fluggesellschaften unternehmen alles, um durch Billigangebote weitere Kunden zu gewinnen.

Offensichtlich steht dem nur wenig politischer Wille gegenüber, dieser Entwicklung Einhalt zu gebieten. Vorschläge zur Reduktion des Flugverkehrs haben derzeit nur geringe Chancen auf Umsetzung. Bekanntlich wird der Flugverkehr sogar privilegiert: Kerosin ist, im Gegensatz zum Benzin, von Steuern befreit und die auf den Flugverkehr spezialisierten internationalen Organisationen (ICAO-CAEP, IATA) verteidigen diesen Status Quo. Selbst die internationalen Verhandlungen über den Klimawandel geben wenig Anlass zur Hoffnung. Auch im jüngst ratifizierten Kyoto-Protokoll werden nur Inlandflüge bei der Berechnung der Kohlendioxid- Emissionen berücksichtigt, während jedoch internationale Flüge die größte Quelle der Emissionen bilden.

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Aktuelle Ausgabe April 2026

In der April-Ausgabe erinnert Hauke Brunkhorst an den großen Sozialphilosophen und langjährigen »Blätter«-Mitherausgeber Jürgen Habermas, der am 14. März 2026 gestorben ist. Im Mittelpunkt seines Lebenswerks stand die Verteidigung der Demokratie. Diese, und mit ihr die Idee eines freien Westens, wird derzeit besonders von einer Figur herausgefordert: Donald Trump. Den unkalkulierbaren Folgen des Irankriegs für die Region wie für die internationale Ordnung widmen sich Dalia Dassa Kaye sowie Nicole Deitelhoff. Robert Kagan wiederum skizziert die absehbaren kriegerischen Folgen einer durch Trump zerstörten amerikanischen Ordnung – und deren hohe Kosten für die USA selbst. Was uns Thukydides heute über den drohenden Zusammenbruch der liberalen Welt lehren kann, fragen Carlotta Voss und Daniel-Pascal Zorn. Und Nick Reimer sowie Olga Bubich erinnern an die Reaktorkatastrophe von Tschernobyl vor vierzig Jahren und ihre Gegenwart im Schatten des Ukrainekrieges.

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