Ausgabe Juli 2005

Verantwortlich fliegen

Der Flugverkehr nimmt ständig und rasch zu, dementsprechend steigt auch sein Beitrag zur globalen Erwärmung. Der Anteil des Flugverkehrs am weltweiten Ausstoß von Treibhausgasen liegt heute bei fünf Prozent, in einigen Industrienationen liegt er bereits bei über zehn Prozent. Die Auswirkungen des Flugverkehrs auf den Klimawandel sind bis heute noch nicht wirklich ins öffentliche Bewusstsein gedrungen. Fliegen bleibt attraktiv, viele betrachten es als selbstverständlich, ihre Ferien am anderen Ende der Welt zu verbringen und Fluggesellschaften unternehmen alles, um durch Billigangebote weitere Kunden zu gewinnen.

Offensichtlich steht dem nur wenig politischer Wille gegenüber, dieser Entwicklung Einhalt zu gebieten. Vorschläge zur Reduktion des Flugverkehrs haben derzeit nur geringe Chancen auf Umsetzung. Bekanntlich wird der Flugverkehr sogar privilegiert: Kerosin ist, im Gegensatz zum Benzin, von Steuern befreit und die auf den Flugverkehr spezialisierten internationalen Organisationen (ICAO-CAEP, IATA) verteidigen diesen Status Quo. Selbst die internationalen Verhandlungen über den Klimawandel geben wenig Anlass zur Hoffnung. Auch im jüngst ratifizierten Kyoto-Protokoll werden nur Inlandflüge bei der Berechnung der Kohlendioxid- Emissionen berücksichtigt, während jedoch internationale Flüge die größte Quelle der Emissionen bilden.

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In der Februar-Ausgabe analysiert Ferdinand Muggenthaler die Folgen des US-Militärschlags in Venezuela für Lateinamerika – und erläutert, an welche Grenzen Trumps imperiale Ambitionen auf dem Subkontinent stoßen könnten. Nach vier Jahren russischer Vollinvasion und einem Jahr Trump ist die Ukraine zu einem zentralen Schauplatz im Ringen um eine imperiale globale Ordnung avanciert, argumentiert Steffen Vogel. Ulrich Menzel beschreibt die Konturen des heranbrechenden neuen imperialistischen Zeitalters, in dem das »Trio infernale« – USA, Russland und China – miteinander um die globale Vorherrschaft ringt. Seyla Benhabib beleuchtet unter Rückgriff auf das Denken Hannah Arendts die dramatischen Herausforderungen der Demokratie im planetarischen Zeitalter. Sonja Peteranderl zeigt auf, wie sich deutsche Behörden aus ihrer Abhängigkeit von Trump-hörigen Tech-Konzernen lösen können. Dass der öffentlich-rechtliche Rundfunk hierzulande nicht nur innenpolitisch unter Druck steht, sondern auch ausländische Regierungen politisch Einfluss auszuüben versuchen, zeigt Wolfgang Kraushaar am Beispiel der Kontroverse um die ARD-Israel-Korrespondentin Sophie von der Tann. Und Georg Diez plädiert angesichts der wachsenden Stimmenanteile der AfD für die Abkehr von Parteidisziplin und den Umbau der Demokratie hin zu einer zielorientierten Zwei-Drittel-Republik.

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