Ausgabe Februar 2007

Streitfall Mitbestimmung

Nein, die Heuschrecken haben den deutschen Kapitalismus noch nicht kahl gefressen. Vorerst bleibt uns ein rheinischer Kapitalismus light erhalten, wird doch in seiner Domäne die Mitbestimmung in Aufsichtsräten weiterhin gesetzlich geregelt bleiben. Dies empfehlen jedenfalls die wissenschaftlichen Mitglieder der Biedenkopf-Kommission mit ihrer Kernaussage: „Die wissenschaftlichen Mitglieder sehen keinen Grund, der Bundesregierung eine grundlegende Revision der deutschen Unternehmensmitbestimmung vorzuschlagen.“ 1 Damit provozierten sie allerdings die Unternehmerrepräsentanten in der Kommission zu einer abweichenden Stellungnahme.

Nachdem im Sommer 2005 der damalige Bundeskanzler Schröder eine „Kommission zur Modernisierung der deutschen Unternehmensmitbestimmung“ unter dem Vorsitz von Kurt Biedenkopf berufen hatte, legte diese unmittelbar vor Weihnachten 2006 als Ergebnis einen 60seitigen „Bericht der wissenschaftlichen Mitarbeiter“ vor, mit zwei längeren Stellungnahmen der Vertreter der Unternehmer einerseits und der Arbeitnehmer andererseits.

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Aktuelle Ausgabe April 2026

In der April-Ausgabe erinnert Hauke Brunkhorst an den großen Sozialphilosophen und langjährigen »Blätter«-Mitherausgeber Jürgen Habermas, der am 14. März 2026 gestorben ist. Im Mittelpunkt seines Lebenswerks stand die Verteidigung der Demokratie. Diese, und mit ihr die Idee eines freien Westens, wird derzeit besonders von einer Figur herausgefordert: Donald Trump. Den unkalkulierbaren Folgen des Irankriegs für die Region wie für die internationale Ordnung widmen sich Dalia Dassa Kaye sowie Nicole Deitelhoff. Robert Kagan wiederum skizziert die absehbaren kriegerischen Folgen einer durch Trump zerstörten amerikanischen Ordnung – und deren hohe Kosten für die USA selbst. Was uns Thukydides heute über den drohenden Zusammenbruch der liberalen Welt lehren kann, fragen Carlotta Voss und Daniel-Pascal Zorn. Und Nick Reimer sowie Olga Bubich erinnern an die Reaktorkatastrophe von Tschernobyl vor vierzig Jahren und ihre Gegenwart im Schatten des Ukrainekrieges.

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