Ausgabe Mai 2007

Australische Apartheid ohne Ende?

Vor 40 Jahren, am 27. Mai 1967, wurde in Australien ein Verfassungsreferendum abgehalten, das seither als Durchbruch für die Gleichberechtigung der indigenen Bevölkerung des Kontinents, die Aborigines, gilt. Auch wenn diese Sichtweise dem eigentlichen Gehalt des Referendums nicht unbedingt gerecht wird, hat es in der Folge doch eine erhebliche politisch-symbolische Bedeutung entfaltet, die sich gerade anlässlich des Jahrestages zeigt.

In dem Referendum stimmten seinerzeit 90,8 Prozent der Wahlberechtigten dafür, zwei Passagen aus der australischen Verfassung von 1901 zu streichen. Dabei handelte es sich um die beiden einzigen Erwähnungen der Aborigines – und beide waren negativ formuliert: Paragraph 51 legte fest, dass die australische Bundesregierung keine gesetzgebenden Befugnisse in Hinsicht auf die Aborigines habe; die entsprechende Gesetzgebung blieb den einzelnen Bundesstaaten vorbehalten. Paragraph 127 bestimmte, dass Aborigines nicht in den Zensus aufgenommen, bei Volkszählungen und amtlichen statistischen Erhebungen also auch nicht berücksichtigt wurden.

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Aktuelle Ausgabe Juni 2026

In der Juni-Ausgabe deutet Andreas Püttmann den Aufstieg der Rechten als Ausdruck einer tiefgreifenden kulturellen Krise und eines entgrenzten Narzissmus. Meron Mendel plädiert für eine Pluralisierung der Erinnerungskultur, die nicht nur warnt, sondern auch verbindet. Angesichts des gegenwärtigen autoritären Umbruchs entwirft Franziska Brantner einen neuen Liberalismus, der Freiheit, Gerechtigkeit und Nachhaltigkeit zusammendenkt. Nina Kolleck erklärt, warum die Nutzung von Social Media kein Privatproblem ist und die Verantwortung für deren gravierende Folgen zuvorderst bei den Plattformbetreibern liegt. Carola Lentz würdigt die Geschichte des Goethe-Instituts und die demokratische Qualität seiner Kulturarbeit, die heute zunehmend in das Fahrwasser rauer Machtpolitik gerate. Wolfgang Zellner lotet in einer von Ordnungszerfall und Großmachtkonkurrenz geprägten Welt die Handlungsspielräume Europas aus, während Wolfgang Kaleck fragt, wie sich das Völkerrecht gegen Trump verteidigen – und weiterentwickeln – lässt.

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