Ausgabe März 2008

Die ökologische Zweiklassengesellschaft

Angesichts der Verschärfung ökologischer Probleme, allen voran der voranschreitende Klimawandel, appellieren deutsche Umweltverbände immer eindringlicher auch an jeden einzelnen Bürger, seine Verhaltens- und Konsumweisen zu überdenken. Tipps zum Kauf und Bezug von umweltverträglichen Produkten und Dienstleistungen haben Hochkonjunktur, weil damit, so die berechtigte Hoffnung, ein notwendiger und sinnvoller Beitrag zu einer nachhaltigen Entwicklung in diesem Land geleistet werden kann. Nach dem Motto: „Wir haben es in der Hand, welche Welt wir unseren Kindern hinterlassen“, wird der Einzelne in die ökologische Verantwortung genommen.

Es bleibt jedoch die Frage, welchen Bürgerinnen und Bürgern es überhaupt möglich ist, ihre Wohnungen energetisch nachzurüsten, Bio-Lebensmittel zu kaufen oder sich Energie sparende Elektrogeräte anzuschaffen? Wer ist wie stark davon betroffen, wenn beispielsweise die Pegel der Elbe steigen, wer vermag sich in welchem Umfang vor solchen Extremwetterereignissen zu schützen und in seinem Umweltverhalten anzupassen? Kurz: Wo werden Umweltprobleme auch zu Fragen der Gerechtigkeit?

Spätestens seit Beginn der Nachhaltigkeitsdebatte beginnen auch die Umweltverbände, sich nicht länger allein mit der Frage der Reduktion von Umweltbelastungen zu befassen, sondern auch damit, wie dies sozial gerecht geschehen kann.

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Aktuelle Ausgabe Februar 2026

In der Februar-Ausgabe analysiert Ferdinand Muggenthaler die Folgen des US-Militärschlags in Venezuela für Lateinamerika – und erläutert, an welche Grenzen Trumps imperiale Ambitionen auf dem Subkontinent stoßen könnten. Nach vier Jahren russischer Vollinvasion und einem Jahr Trump ist die Ukraine zu einem zentralen Schauplatz im Ringen um eine imperiale globale Ordnung avanciert, argumentiert Steffen Vogel. Ulrich Menzel beschreibt die Konturen des heranbrechenden neuen imperialistischen Zeitalters, in dem das »Trio infernale« – USA, Russland und China – miteinander um die globale Vorherrschaft ringt. Seyla Benhabib beleuchtet unter Rückgriff auf das Denken Hannah Arendts die dramatischen Herausforderungen der Demokratie im planetarischen Zeitalter. Sonja Peteranderl zeigt auf, wie sich deutsche Behörden aus ihrer Abhängigkeit von Trump-hörigen Tech-Konzernen lösen können. Dass der öffentlich-rechtliche Rundfunk hierzulande nicht nur innenpolitisch unter Druck steht, sondern auch ausländische Regierungen politisch Einfluss auszuüben versuchen, zeigt Wolfgang Kraushaar am Beispiel der Kontroverse um die ARD-Israel-Korrespondentin Sophie von der Tann. Und Georg Diez plädiert angesichts der wachsenden Stimmenanteile der AfD für die Abkehr von Parteidisziplin und den Umbau der Demokratie hin zu einer zielorientierten Zwei-Drittel-Republik.

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