Ausgabe Juni 2008

Afghanistan: mitgegangen, mitgefangen?

„Wir sollten den Krieg in Afghanistan beenden und unsere Soldaten nach Hause holen. Auch die Zahl unserer Berater sollten wir verringern, 9000 haben wir jetzt dort. Es ist Zeit, die Bevormundung einzustellen. Sollen die Afghanen sich selbst mit ihrem Land befassen.“ Diese Aufforderungen kommen nicht aus unseren Tagen, sie sind 20 Jahre alt und stammen von Michail Gorbatschow.

„Wir sollten den Krieg in Afghanistan beenden und unsere Soldaten nach Hause holen. Auch die Zahl unserer Berater sollten wir verringern, 9000 haben wir jetzt dort. Es ist Zeit, die Bevormundung einzustellen. Sollen die Afghanen sich selbst mit ihrem Land befassen.“

Diese Aufforderungen kommen nicht aus unseren Tagen, sie sind 20 Jahre alt und stammen von Michail Gorbatschow. Seit Herbst 1985 mahnte er sein Politbüro, einen sinnlosen, aussichtslosen, rufschädigenden Krieg aufzugeben, fuhr nach Kabul und erklärte dem sowjetischen Statthalter dort, in einem guten halben Jahr müsse er selbst sehen, wie er mit den islamischen Rebellen und Freiheitskämpfern fertig werde.

Aber nicht alle in der sowjetischen Führung fügen sich. Schleichender Widerstand blockiert den Abzug; auch ein neuer Mann in Kabul schafft keine nationale Versöhnung; er gerät militärisch immer mehr in Bedrängnis und bittet ständig um sowjetische Hilfe. Gorbatschow verweigert sie, er weiß, der Kampf ist verloren.

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