Ausgabe Juli 2008

Südafrika: Ende des Regenbogens?

Viele Südafrikaner und langjährige Beobachter des Landes fühlten sich Mitte Mai dieses Jahres in die Hochphase der Apartheid und der Kämpfe in den Townships zurückversetzt: Sie sahen Bilder von Menschen, die gejagt und getötet wurden. Sogar die berüchtigte Halskrause – ein brennender Autoreifen um den Hals, mit dem damals vermeintliche Verräter gelyncht wurden – wurde wieder gesichtet. Die Flüchtlinge, die vor dem Mob um ihr Leben rannten, waren dieses Mal aber keine Südafrikaner – es waren afrikanische Ausländer.

Die ersten Gewaltexzesse, die von den Armenvierteln Johannesburgs rasch auf weitere Großstädte übergriffen, scheinen einem ähnlichen Muster gefolgt zu sein: Nach Massenveranstaltungen, die dringende Probleme in den Townships ansprachen – sei es mangelnde Infrastruktur, hohe Kriminalität oder, wie in Kapstadt, sogar die Ausländerfeindlichkeit – begannen Gangs, vermeintliche oder wirkliche Ausländer zu jagen. Ob die ersten Täter tatsächlich Inkatha-Anhänger aus KwaZulu-Natal waren, die vornehmlich in den Männerwohnheimen (sogenannten Hostels) in den Townships Gautengs unter erbärmlichen Bedingungen hausen, ist nicht geklärt. Beobachter berichteten, dass der Mob die Menschen auf Zulu (in Kapstadt allerdings auf Xhosa) ansprach.

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Aktuelle Ausgabe April 2026

In der April-Ausgabe erinnert Hauke Brunkhorst an den großen Sozialphilosophen und langjährigen »Blätter«-Mitherausgeber Jürgen Habermas, der am 14. März 2026 gestorben ist. Im Mittelpunkt seines Lebenswerks stand die Verteidigung der Demokratie. Diese, und mit ihr die Idee eines freien Westens, wird derzeit besonders von einer Figur herausgefordert: Donald Trump. Den unkalkulierbaren Folgen des Irankriegs für die Region wie für die internationale Ordnung widmen sich Dalia Dassa Kaye sowie Nicole Deitelhoff. Robert Kagan wiederum skizziert die absehbaren kriegerischen Folgen einer durch Trump zerstörten amerikanischen Ordnung – und deren hohe Kosten für die USA selbst. Was uns Thukydides heute über den drohenden Zusammenbruch der liberalen Welt lehren kann, fragen Carlotta Voss und Daniel-Pascal Zorn. Und Nick Reimer sowie Olga Bubich erinnern an die Reaktorkatastrophe von Tschernobyl vor vierzig Jahren und ihre Gegenwart im Schatten des Ukrainekrieges.

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