Ausgabe September 2008

Ein Herz fürs Kapital

Es ist schlecht bestellt ums unternehmerische Image. Nicht einmal ein Drittel der Bevölkerung glaubt dem marktwirtschaftlichen Dogma, dass unternehmerischer Erfolg allgemeinen Nutzen stiftet. Und über 70 Prozent nehmen Anstoß daran, dass selbst gut verdienende Unternehmen und Konzerne Arbeitsplätze abbauen. Die verbreitete Unternehmer-Verdrossenheit hat Gründe, die auf realen Erfahrungen beruhen. Zur Betroffenheit und Sorge gesellt sich Empörung über die Schamlosigkeit des Abgreifens, sei es bei Managergehältern und Abfindungen, sei es in Gestalt ungezügelter Ausplünderung übernommener Unternehmen.

Kein Wunder, dass auch die Kirche auf den Plan tritt. Ethische Maßstäbe zu entwickeln, liegt in der Konsequenz des von ihr in Anspruch genommenen Wächteramts. Doch zur Verblüffung des Lesers gilt die kirchliche Sorge in der jüngst erschienenen EKD-Denkschrift „Unternehmerisches Handeln in evangelischer Perspektive„ nicht etwa den Ursachen der Vertrauenskrise, sondern vorrangig den durch „Skandalisierung und Erregung„ (S. 87) und „wiederkehrende Vorurteile„ (S. 29) herabgesetzten Unternehmern. 1 Sind damit vorrangig die Medien verantwortlich gemacht, ist das Feld für das beliebte Entlastungsschema individuellen Versagens bereitet. Wer die Probleme mit Bischof Huber auf die „ethischen problematischen Verhaltensweisen Einzelner„ (S.

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Aktuelle Ausgabe Februar 2026

In der Februar-Ausgabe analysiert Ferdinand Muggenthaler die Folgen des US-Militärschlags in Venezuela für Lateinamerika – und erläutert, an welche Grenzen Trumps imperiale Ambitionen auf dem Subkontinent stoßen könnten. Nach vier Jahren russischer Vollinvasion und einem Jahr Trump ist die Ukraine zu einem zentralen Schauplatz im Ringen um eine imperiale globale Ordnung avanciert, argumentiert Steffen Vogel. Ulrich Menzel beschreibt die Konturen des heranbrechenden neuen imperialistischen Zeitalters, in dem das »Trio infernale« – USA, Russland und China – miteinander um die globale Vorherrschaft ringt. Seyla Benhabib beleuchtet unter Rückgriff auf das Denken Hannah Arendts die dramatischen Herausforderungen der Demokratie im planetarischen Zeitalter. Sonja Peteranderl zeigt auf, wie sich deutsche Behörden aus ihrer Abhängigkeit von Trump-hörigen Tech-Konzernen lösen können. Dass der öffentlich-rechtliche Rundfunk hierzulande nicht nur innenpolitisch unter Druck steht, sondern auch ausländische Regierungen politisch Einfluss auszuüben versuchen, zeigt Wolfgang Kraushaar am Beispiel der Kontroverse um die ARD-Israel-Korrespondentin Sophie von der Tann. Und Georg Diez plädiert angesichts der wachsenden Stimmenanteile der AfD für die Abkehr von Parteidisziplin und den Umbau der Demokratie hin zu einer zielorientierten Zwei-Drittel-Republik.

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