Ausgabe September 2009

Afghanistankrieg: Justiz im Kampfeinsatz?

Derweil die afghanische Präsidentschaftswahl soeben unter dem Dauerfeuer der Taliban stattfand, entscheiden die deutschen Wählerinnen und Wähler am 27. September auch über den weiteren Einsatz der Bundeswehr am Hindukusch, der nur wenige Tage später in sein neuntes Jahr gehen wird. Inzwischen betreibt die Bundeswehr dort sogar eine Art Vorwärtsverteidigung der deutschen Sicherheit.

Derweil die afghanische Präsidentschaftswahl soeben unter dem Dauerfeuer der Taliban stattfand, entscheiden die deutschen Wählerinnen und Wähler am 27. September auch über den weiteren Einsatz der Bundeswehr am Hindukusch, der nur wenige Tage später in sein neuntes Jahr gehen wird.

Inzwischen betreibt die Bundeswehr dort sogar eine Art Vorwärtsverteidigung der deutschen Sicherheit. Mit 300 Soldaten beteiligte sie sich im Juli d.J. an einem Vorstoß afghanischer Einheiten. Diese „Operation Adler“ hat noch einmal die Diskussion darüber verschärft, ob es nicht angemessener wäre, von einem Krieg zu sprechen. Das Bundesverteidigungsministerium zeigt jedoch deutliche Vorbehalte, semantisch in die Offensive zu gehen. Nicht zuletzt aus rechtlichen Gründen schreckt es vor dem bösen Wort ebenso zurück wie vor der bösen Realität.

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Aktuelle Ausgabe April 2026

In der April-Ausgabe erinnert Hauke Brunkhorst an den großen Sozialphilosophen und langjährigen »Blätter«-Mitherausgeber Jürgen Habermas, der am 14. März 2026 gestorben ist. Im Mittelpunkt seines Lebenswerks stand die Verteidigung der Demokratie. Diese, und mit ihr die Idee eines freien Westens, wird derzeit besonders von einer Figur herausgefordert: Donald Trump. Den unkalkulierbaren Folgen des Irankriegs für die Region wie für die internationale Ordnung widmen sich Dalia Dassa Kaye sowie Nicole Deitelhoff. Robert Kagan wiederum skizziert die absehbaren kriegerischen Folgen einer durch Trump zerstörten amerikanischen Ordnung – und deren hohe Kosten für die USA selbst. Was uns Thukydides heute über den drohenden Zusammenbruch der liberalen Welt lehren kann, fragen Carlotta Voss und Daniel-Pascal Zorn. Und Nick Reimer sowie Olga Bubich erinnern an die Reaktorkatastrophe von Tschernobyl vor vierzig Jahren und ihre Gegenwart im Schatten des Ukrainekrieges.

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