Ausgabe September 1991

Staatsversagen und Dezentralisierung.

Erwägungen zu einer langfristigen Strategie des ökologisch-ökonomischen Umbaus

1. Zur Diagnose des Staatsversagens

Von Helmut Schmidt stammt der resignierende Satz aus seiner Regierungszeit: "Die Einwirkungsmöglichkeiten einer Regierung ... in einer modernen industriellen Massendemokratie sind unendlich viel kleiner, als es im Schullehrbuch verzeichnet ist" ("Der Spiegel", 15.1.1979). Ähnlich äußert sich Lothar Späth: "Es ist, in Wahrheit, nicht weit her mit der 'Macht' demokratisch legitimierter Politik... In den meisten Fällen tendiert der politische Handlungsspielraum gegen Null" (Späth 1985). In diesen Zitaten zweier deutscher Politiker kommt etwas von dem zum Ausdruck, was als strukturelles "Staatsversagen" bezeichnet werden kann.

September 1991

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Aktuelle Ausgabe April 2026

In der April-Ausgabe erinnert Hauke Brunkhorst an den großen Sozialphilosophen und langjährigen »Blätter«-Mitherausgeber Jürgen Habermas, der am 14. März 2026 gestorben ist. Im Mittelpunkt seines Lebenswerks stand die Verteidigung der Demokratie. Diese, und mit ihr die Idee eines freien Westens, wird derzeit besonders von einer Figur herausgefordert: Donald Trump. Den unkalkulierbaren Folgen des Irankriegs für die Region wie für die internationale Ordnung widmen sich Dalia Dassa Kaye sowie Nicole Deitelhoff. Robert Kagan wiederum skizziert die absehbaren kriegerischen Folgen einer durch Trump zerstörten amerikanischen Ordnung – und deren hohe Kosten für die USA selbst. Was uns Thukydides heute über den drohenden Zusammenbruch der liberalen Welt lehren kann, fragen Carlotta Voss und Daniel-Pascal Zorn. Und Nick Reimer sowie Olga Bubich erinnern an die Reaktorkatastrophe von Tschernobyl vor vierzig Jahren und ihre Gegenwart im Schatten des Ukrainekrieges.

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