Ausgabe Januar 1993

FAZ-Deutsche

Der häßliche Deutsche geht um. Deutschlands größter Motorsägenproduzent Hans Peter Stihl hat als Präsident des Deutschen Industrie- und Handelstages (DIHT) den politischen Parteien vorgeworfen, lange Zeit untätig im Kampf gegen den Rechtsextremismus geblieben zu sein. Man habe, sagt er, die "Auswüchse" zu leicht genommen und nicht erkannt, welche Wirkung die Gewalt von rechts für das Bild Deutschlands im Ausland habe - er meint den Export deutscher Motorsägen in alle Welt. Sogar bei Deutschlands größtem Rüstungs- und Autokonzern, bei Daimler, zieht man schon - vom Exportrückgang tief betroffen - die Reichskriegsflagge ein. Die Bekundungen der deutschen Exportindustrie, die modisch zum Nadelstreifenanzug - da kennt sie nichts - die Plakette trägt "Rühr meinen Kumpel nicht an", sie könnten darüber hinwegtäuschen, wie man in unserem Land wirklich denkt.

Doch davor behüten uns Helmut Kohl und die "Frankfurter Allgemeine Zeitung". Gewiß, auch der Kanzler zeigte zwischen den Gesprächen über die zeitgemäße Ausgestaltung des Asylrechts die notwendige Betroffenheit: der "Anschlag" von Mölln sei eine "schreckliche Erfahrung und eine Schande".

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Aktuelle Ausgabe April 2026

In der April-Ausgabe erinnert Hauke Brunkhorst an den großen Sozialphilosophen und langjährigen »Blätter«-Mitherausgeber Jürgen Habermas, der am 14. März 2026 gestorben ist. Im Mittelpunkt seines Lebenswerks stand die Verteidigung der Demokratie. Diese, und mit ihr die Idee eines freien Westens, wird derzeit besonders von einer Figur herausgefordert: Donald Trump. Den unkalkulierbaren Folgen des Irankriegs für die Region wie für die internationale Ordnung widmen sich Dalia Dassa Kaye sowie Nicole Deitelhoff. Robert Kagan wiederum skizziert die absehbaren kriegerischen Folgen einer durch Trump zerstörten amerikanischen Ordnung – und deren hohe Kosten für die USA selbst. Was uns Thukydides heute über den drohenden Zusammenbruch der liberalen Welt lehren kann, fragen Carlotta Voss und Daniel-Pascal Zorn. Und Nick Reimer sowie Olga Bubich erinnern an die Reaktorkatastrophe von Tschernobyl vor vierzig Jahren und ihre Gegenwart im Schatten des Ukrainekrieges.

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