Ausgabe Januar 1995

Zwangsbeschäftigung

Negativsteuer, Bürgergeld und die Folgen

Nach der Bundestagswahl ist der Blick auf die wirtschaftlichen und sozialen Verhältnisse wieder klarer geworden. Zwar hat sich der Aufschwung stabilisiert, doch geht dieser an der Arbeitsmarktlage weitgehend vorbei. Arbeitslosigkeit und Unterbeschäftigung auf einem Niveau von sechs bis sieben Millionen fehlenden Arbeitsplätzen in Deutschland werden nicht nur das Jahr 1995 prägen. Die Prognosen stimmen darin überein, daß die Arbeitsmarktkrise bis weit über die Jahrtausendwende anhalten wird. Dies heißt vor allem, daß die Zahl der Langzeitarbeitslosen, die schon derzeit bei rund einem Drittel (knapp 1,2 Millionen im September 1994) liegt, immer stärker anwächst. Wachsende Empfängerzahlen von Arbeitslosen- und Sozialhilfe, zunehmende Belastungen der Haushalte von Bundesanstalt für Arbeit (BfA), Bund und Kommunen sind die Folge. Massen- und Langzeitarbeitslosigkeit, Armut und Ausgrenzung fallen zusammen mit der Finanzkrise der öffentlichen Haushalte und überlagern sich. Wer in einer solcherart diagnostizierten Situation mit Konzepten aufwartet, die vermeintlich als Schlüssel zur Lösung gleich einer ganzen Reihe von Problemen dienen, der kann sich breitester öffentlicher Aufmerksamkeit und Zustimmung gewiß sein.

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Januar 1995

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