Ausgabe Juli 1995

Multimedia und die Angst vor dem Ende der Arbeit

Massive Wellen neuer Technologien waren stets von Argwohn und Mißtrauen der Menschen begleitet. Denken wir an das Aufkommen der Eisenbahn und die Verbreitung von Dampfmaschinen und Kraftstoffmotoren im 19. Jahrhundert, oder an die Einführung und Verbreitung von Massenfertigung und Fließband in den frühen Jahrzehnten dieses Jahrhunderts.

Noch in frischer Erinnerung ist das allmähliche Umsichgreifen der elektronischen Datenverarbeitung und das Eindringen der Computertechnologie in die Fabriken und Verwaltungen, welches bis heute anhält. Optimistische Einstellungen gegenüber der technologischen Entwicklung überwogen in der Regel in Zeiten kräftigen Wirtschaftswachstums und leergefegter Arbeitsmärkte, so zum Beispiel in den 50er und 60er Jahren in Westeuropa, als der außerordentliche Anstieg der Arbeitsproduktivität durch das exorbitante Wachstum der Güter- und Dienstleistungsproduktion noch übertrumpft wurde. Von einer solchen Situation kann man heute allenfalls träumen, sie entspricht nicht der Realität der Gegenwart und der jüngeren Vergangenheit. "Multimedia" und "Datenautobahnen" treten auf den Plan in einer Zeit hoher und verfestigter Massenarbeitslosigkeit, nicht nur in Deutschland und Europa, sondern weltweit.

Juli 1995

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Aktuelle Ausgabe April 2026

In der April-Ausgabe erinnert Hauke Brunkhorst an den großen Sozialphilosophen und langjährigen »Blätter«-Mitherausgeber Jürgen Habermas, der am 14. März 2026 gestorben ist. Im Mittelpunkt seines Lebenswerks stand die Verteidigung der Demokratie. Diese, und mit ihr die Idee eines freien Westens, wird derzeit besonders von einer Figur herausgefordert: Donald Trump. Den unkalkulierbaren Folgen des Irankriegs für die Region wie für die internationale Ordnung widmen sich Dalia Dassa Kaye sowie Nicole Deitelhoff. Robert Kagan wiederum skizziert die absehbaren kriegerischen Folgen einer durch Trump zerstörten amerikanischen Ordnung – und deren hohe Kosten für die USA selbst. Was uns Thukydides heute über den drohenden Zusammenbruch der liberalen Welt lehren kann, fragen Carlotta Voss und Daniel-Pascal Zorn. Und Nick Reimer sowie Olga Bubich erinnern an die Reaktorkatastrophe von Tschernobyl vor vierzig Jahren und ihre Gegenwart im Schatten des Ukrainekrieges.

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