Seit dem Putsch des Militärs vormehr als sechs Jahren durchzieht eine Blutspur des Terrors Algerien. Zunächst wurden Intellektuelle, Künstler und Schriftsteller ermordet, später Journalisten, Polizisten, Soldaten und Ausländer, die angeblich mit den Machthabern kollaborierten. Immer wieder werden neue Massaker gemeldet, denen ganze Familien und Dorfgemeinschaften zum Opfer fallen - gleichzeitig scheint die Regierung in Algier außerstande, wirksam gegen den Terror vorzugehen (Vgl. auch das "Blätter"-Gespräch mit Sabine Kebir, in: "Blätter" 1/1998). Am 5. März lud der WDR zu einer Podiumsdiskussion mit dem Titel "Algerien - Auswege aus der Krise?" in die Volkshochschule Essen ein. Der Einladung folgten Louisa Hanaune, Präsidentin der algerischen Arbeiterpartei, Dr. Werner Hoyer, Staatssekretär im Auswärtigen Amt, Samuel Schirmbeck, seit 1991 Korrespondent in Rabat und Algier, und Prof. Reinhard Schulze, Islam-Wissenschaftler an der Universität Bern. Moderiert wurde die Veranstaltung von Vera Drechmann, stellvertretende Wellenchefin von WDR Radio 5. In Kooperation mit den Beteiligten erarbeitete Helena Sabbagh die folgende "Blätter"-Version - D. Red.
In der April-Ausgabe erinnert Hauke Brunkhorst an den großen Sozialphilosophen und langjährigen »Blätter«-Mitherausgeber Jürgen Habermas, der am 14. März 2026 gestorben ist. Im Mittelpunkt seines Lebenswerks stand die Verteidigung der Demokratie. Diese, und mit ihr die Idee eines freien Westens, wird derzeit besonders von einer Figur herausgefordert: Donald Trump. Den unkalkulierbaren Folgen des Irankriegs für die Region wie für die internationale Ordnung widmen sich Dalia Dassa Kaye sowie Nicole Deitelhoff. Robert Kagan wiederum skizziert die absehbaren kriegerischen Folgen einer durch Trump zerstörten amerikanischen Ordnung – und deren hohe Kosten für die USA selbst. Was uns Thukydides heute über den drohenden Zusammenbruch der liberalen Welt lehren kann, fragen Carlotta Voss und Daniel-Pascal Zorn. Und Nick Reimer sowie Olga Bubich erinnern an die Reaktorkatastrophe von Tschernobyl vor vierzig Jahren und ihre Gegenwart im Schatten des Ukrainekrieges.