Ausgabe Dezember 1998

Konvergenz - schwacher Begriff, starke Absicht

Eine Herausforderung demokratischer Medien- und Telekommunikationspolitik

Eine Herausforderung demokratischer Medien- und Telekommunikationspolitik

Von Rainer Fischbach Verfolgt man die Diskussion über Medien und Telekommunikation, dann stößt man derzeit immer häufiger auf ein Wort, das bisher nur in wissenschaftlichen Fachsprachen vorkam: K o n v e rg e n z. Dieser Begriff bezeichnet Prozesse der Annäherung oder Angleichung. In der Mathematik etwa konvergiert eine Folge (von Werten) "gegen" einen Grenzwert. In der Mediendebatte geht es beim Stichwort Konvergenz jedoch um ganz unterschiedliche Beobachtungen oder Behauptungen: Es macht schon einen Unterschied, ob eine Konvergenz stattfindet bei - d e n E n d g e r ä t e n: von PC, Fernseher, Telefon gegen ein U n i v e r s a l g e r ä t; - d e n M e d i e n: von Rundfunk, Online-Diensten, World Wide Web, Zeitung, Buch etc. gegen ein U n i v e r s a l m e d i u m; - d e n T e c h n i k e n: von Telekommunikations-, Medienund Computertechnik gegen eine e i n h e i t l i c h e d i g it a l e T e c h n i k; - d e n N e t z e n: von Telefon-, Computer- und Rundfunkverteilnetzen gegen ein E i n h e i t s n e t z, das alle Dienste und Anwendungen zu tragen vermag; oder - d e n I n d u s t r i e n: von Telefongesellschaften, Onlineund Internet-Anbietern, Rundfunksendern, Film- und Medienproduzenten, Verlagen, Computer- und Softwareherstellern gegen ein O l i g o p o l von vertikal integrierten Medienkonzernen.

Dezember 1998

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