Ausgabe März 1999

Benchmarking als Leitidee

Zum Verlust des Politischen in der europäischen Perspektive

Nach Lean Production, Just-in-time und Total Quality-Management ist wieder ein neues Produktions- und Management-Konzept auf dem Vormarsch: Benchmarking. Die neuen Erfolgsrezepte - meist amerikanischen oder japanischen Ursprungs - entwickeln sich, wenn sie erst einmal in der Öffentlichkeit als erfolgreiche neue Wunderwaffe anerkannt sind, zum Lauffeuer. Folgte bereits dem Ruf nach schlanken Unternehmen der nach einem schlanken Staat, läßt sich nun ähnliches feststellen: Die Effizienz des politischen und administrativen Handelns (Politics-Dimension) soll, wie auch die Politik selber (Policy-Dimension), durch kontinuierliches Vergleichen und institutionalisiertes Lernen gesteigert werden. BDIChef Hans-Olaf Henkel missioniert seit Jahren für dieses "systematische Lernen von Konkurrenten, die eine bessere wirtschaftspolitische Performance haben als wir", Bundespräsident Roman Herzog empfahl das Benchmarking nachdrücklich in seiner berühmten "Ruck-durchs-Land"-Rede, und Anfang Dezember 1998 haben die Teilnehmer am "Bündnis für Arbeit" das Konzept offiziell zum Gegenstand ihrer Bemühungen erklärt. 2) Mit Bodo Hombach hat das "politische Benchmarking" 3) bereits im Bundeskanzleramt Einzug gehalten.

März 1999

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Aktuelle Ausgabe April 2026

In der April-Ausgabe erinnert Hauke Brunkhorst an den großen Sozialphilosophen und langjährigen »Blätter«-Mitherausgeber Jürgen Habermas, der am 14. März 2026 gestorben ist. Im Mittelpunkt seines Lebenswerks stand die Verteidigung der Demokratie. Diese, und mit ihr die Idee eines freien Westens, wird derzeit besonders von einer Figur herausgefordert: Donald Trump. Den unkalkulierbaren Folgen des Irankriegs für die Region wie für die internationale Ordnung widmen sich Dalia Dassa Kaye sowie Nicole Deitelhoff. Robert Kagan wiederum skizziert die absehbaren kriegerischen Folgen einer durch Trump zerstörten amerikanischen Ordnung – und deren hohe Kosten für die USA selbst. Was uns Thukydides heute über den drohenden Zusammenbruch der liberalen Welt lehren kann, fragen Carlotta Voss und Daniel-Pascal Zorn. Und Nick Reimer sowie Olga Bubich erinnern an die Reaktorkatastrophe von Tschernobyl vor vierzig Jahren und ihre Gegenwart im Schatten des Ukrainekrieges.

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