Ausgabe Februar 2002

Arbeitsmarkt und Gedöns

Rot-grüne Geschlechterpolitik zwischen Aufbruch und Frustration

Im Wahljahr 2002 lohnt es sich, einen resümierenden Blick auf die politischen Aktivitäten der Bundesregierung seit der Machtübernahme im Jahr 1998 zu werfen. Dies soll hier im Hinblick auf die Situation von Frauen auf dem deutschen Arbeitsmarkt geschehen. Dabei werden die Aktivitäten der rot-grünen Regierung nicht mit denen ihrer Vorgängerin verglichen. Maßstab bildet die Koalitionsvereinbarung von 1998. Sie enthielt die Absicht, mit einem "neuen Aufbruch für die Frauenpolitik" die "Gleichstellung von Mann und Frau wieder zu einem großen gesellschaftlichen Reformprojekt zu machen." 1) Als ein Kernvorhaben wurde das Aktionsprogramm "Frau und Beruf" beschlossen, das die berufliche Integration und den Aufstieg von Frauen fördern soll. Schaut die Beobachterin auf die Fakten 2), so zeigen sich seit 1998 keine durchgreifenden Veränderungen. Dies ist zunächst nicht verwunderlich, ist doch einerseits der Beobachtungszeitraum kurz und schlagen andererseits politische Maßnahmen erst mit einer gewissen Verzögerung auf den Arbeitsmarkt durch. Die Wirkungen rotgrüner Politik werden in den folgenden Jahren besser zu messen sein als gegenwärtig.

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Aktuelle Ausgabe April 2026

In der April-Ausgabe erinnert Hauke Brunkhorst an den großen Sozialphilosophen und langjährigen »Blätter«-Mitherausgeber Jürgen Habermas, der am 14. März 2026 gestorben ist. Im Mittelpunkt seines Lebenswerks stand die Verteidigung der Demokratie. Diese, und mit ihr die Idee eines freien Westens, wird derzeit besonders von einer Figur herausgefordert: Donald Trump. Den unkalkulierbaren Folgen des Irankriegs für die Region wie für die internationale Ordnung widmen sich Dalia Dassa Kaye sowie Nicole Deitelhoff. Robert Kagan wiederum skizziert die absehbaren kriegerischen Folgen einer durch Trump zerstörten amerikanischen Ordnung – und deren hohe Kosten für die USA selbst. Was uns Thukydides heute über den drohenden Zusammenbruch der liberalen Welt lehren kann, fragen Carlotta Voss und Daniel-Pascal Zorn. Und Nick Reimer sowie Olga Bubich erinnern an die Reaktorkatastrophe von Tschernobyl vor vierzig Jahren und ihre Gegenwart im Schatten des Ukrainekrieges.

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