Ausgabe März 2002

Mit ATTAC die Zukunft zurückerobern.

Manifest 2002

Auch für Frankreich ist 2002 ein Jahr entscheidender Wahlen. Zu dessen Auftakt unterbreitete der französische Zweig der ATTAC-Bewegung am 19. Januar einer sechstausendköpfigen Versammlung im Pariser Konzertsaal "Zenith" das "Manifest 2002". Unter dem Motto "Mit ATTAC die Zukunft zurückerobern" wagen die Verfasser eine ebenso kenntnisreiche wie kühne Synthese der "Globalisierungskritik", die von Seattle bis Porto Alegre immer weitere Kreise zieht. Was da aus dem Blickwinkel der französischen (Mutter-) Bewegung diagnostiziert, vorgeschlagen und gefordert wird, trägt naturgemäß stark französische Akzente. Aber das verwischt nicht, sondern verdeutlicht eher den europäischen und globalen Charakter der vorgelegten Agenda. Oft genügt es, beim Lesen einfach die genannten Institutionen, Akteure und Handlungsebenen zu "übersetzen", also die des eigenen Landes einzusetzen, um die Relevanz des Gesagten auch für die deutschen Verhältnisse zu erkennen. Wählen die Nachbarn in diesem Jahr ihren Präsidenten und die Nationalversammlung neu, so haben wir hierzulande einen langen, möglicherweise folgenschweren Bundestagswahlkampf vor uns. Intervention, Bürgeraktion, Bürgerbewegung stehen also in diesem wie in anderen Ländern auf der Agenda der Demokratie obenan.

Sie haben etwa 3% des Textes gelesen. Um die verbleibenden 97% zu lesen, haben Sie die folgenden Möglichkeiten:

Artikel kaufen (1€)
Digitalausgabe kaufen (10€)
Anmelden

Aktuelle Ausgabe Februar 2026

In der Februar-Ausgabe analysiert Ferdinand Muggenthaler die Folgen des US-Militärschlags in Venezuela für Lateinamerika – und erläutert, an welche Grenzen Trumps imperiale Ambitionen auf dem Subkontinent stoßen könnten. Nach vier Jahren russischer Vollinvasion und einem Jahr Trump ist die Ukraine zu einem zentralen Schauplatz im Ringen um eine imperiale globale Ordnung avanciert, argumentiert Steffen Vogel. Ulrich Menzel beschreibt die Konturen des heranbrechenden neuen imperialistischen Zeitalters, in dem das »Trio infernale« – USA, Russland und China – miteinander um die globale Vorherrschaft ringt. Seyla Benhabib beleuchtet unter Rückgriff auf das Denken Hannah Arendts die dramatischen Herausforderungen der Demokratie im planetarischen Zeitalter. Sonja Peteranderl zeigt auf, wie sich deutsche Behörden aus ihrer Abhängigkeit von Trump-hörigen Tech-Konzernen lösen können. Dass der öffentlich-rechtliche Rundfunk hierzulande nicht nur innenpolitisch unter Druck steht, sondern auch ausländische Regierungen politisch Einfluss auszuüben versuchen, zeigt Wolfgang Kraushaar am Beispiel der Kontroverse um die ARD-Israel-Korrespondentin Sophie von der Tann. Und Georg Diez plädiert angesichts der wachsenden Stimmenanteile der AfD für die Abkehr von Parteidisziplin und den Umbau der Demokratie hin zu einer zielorientierten Zwei-Drittel-Republik.

Zur Ausgabe Probeabo

Weitere Artikel zum Thema

Alternativen zum Geist der Ausbeutung

von Mariana Mazzucato

Während das Weltwirtschaftsforum in Davos unter dem Motto »A Spirit of Dialogue« (Ein Geist des Dialogs) tagt, haben die USA die Kontrolle über die Ölinfrastruktur Venezuelas übernommen und eine »unbefristete« amerikanische Verwaltung der Erdölreserven des Landes eingerichtet.