Ausgabe April 2003

Schöne neue Welt

Europäische und transatlantische Bruchlinien (Blätter-Gespräch)

Knapp sechs Monate nach der Bundestagswahl 2002 führten die „Blätter“ ein bilanzierendes Gespräch mit Micha Brumlik und Claus Leggewie über die innere und äußere Situation, in der das Land sich heute befindet. Die beiden Mitherausgeber der Zeitschrift hatten im August- und Septemberheft 2002 teilweise konträre Einschätzungen der Vorwahlkonstellation veröffentlicht. Der in diesen Märztagen geradezu quecksilberartige Zustand der internationalen Politik veranlasste die Gesprächspartner, sich für diese Ausgabe auf die Erörterung der weltpolitischen Konstellation, ihrer Bruchlinien, der Anzeichen neuer Konfigurationen zu konzentrieren. Der Text wurde am 10. März abgeschlossen. Micha Brumlik, Profesor für Allgemeine Erziehungswissenschaft an der Universität Frankfurt a. M., ist Direktor des Fritz-Bauer-Instituts ebendort. Claus Leggewie, Professor für Politikwissenschaft an der Universität Gießen, leitet das Zentrum für Medien und Interaktivität. Das Gespräch führten Karl D. Bredthauer und Martin Reeh. - D. Red.

Blätter: Die gegenwärtige Regierung steht im Verdacht, die Bundesrepublik international isoliert zu haben. Speziell dem Kanzler wird der Vorwurf gemacht, er habe einen ehernen Grundsatz, den er selber nach dem 11.

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Aktuelle Ausgabe März 2026

In der März-Ausgabe spannt sich der Bogen von der Antike bis zur Gegenwartskrise: Markus Linden zeigt, wie die Neue Rechte Platon und Cicero für ihre antiliberale Propaganda vereinnahmt. Maike Albath beleuchtet, wie Giorgia Meloni der italienischen Rechten ein vermeintlich harmloses, mütterliches Image verleiht. Antje Schrupp bilanziert die Politik der Gleichstellung und fragt, wie weibliche Freiheit in einem postpatriarchalen Zeitalter neu gedacht werden kann. Zum Holocaust-Gedenktag fordert die Auschwitz-Überlebende Tova Friedman in einem eindringlichen Appell entschlossenes Handeln gegen den wieder aufblühenden Antisemitismus. Eva Illouz diskutiert mit Dieter Thomä, wie im Schatten des Gazakrieges die Voraussetzungen für eine friedliche Zukunft in Nahost geschaffen werden könnten. Wolfgang Zellner analysiert, wie Europa angesichts des drohenden Zerfalls der Nato seine Souveränität bewahren kann. Robert Misik plädiert für einen radikalen Linksliberalismus als Antwort auf den rechten Autoritarismus. Und während Jochen Ahlswede 15 Jahre nach Fukushima vor einer Entmachtung der Atomsicherheitsbehörden warnt, fragt Frank Adloff, wie sich eine ökologische Zukunft trotz multipler Krisen offenhalten lässt.

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