Ausgabe Mai 2003

Mythen der Internetökonomie

Das Internet hat sich seit der Einführung des ersten kommerziellen Browsers 1993 sehr schnell zu einer neuen Querschnittstechnologie entwickelt, die nahezu alle Bereiche der Gesellschaft in zum Teil einschneidender Weise berührt und verändert. Seit Ende der 90er Jahre unterliegt es einem signifikanten Funktionswandel: Gestartet als Wissenschaftsnetz und Spiel-Raum für subkulturelle Communities, ist es seither in den Rang einer neuen Basistechnologie der Wirtschaft hineingewachsen und wird in zunehmendem Maße von ökonomischen Interessen geprägt. Das Internet berührt nicht nur die unternehmensinternen Informationsbeziehungen, sondern auch die unternehmensübergreifende Vernetzung, die Handelsbeziehungen zwischen Unternehmen sowie den Handel zwischen Unternehmen und Endverbrauchern.

Wie weitreichend die durch das Internet angestoßenen Veränderungen der Märkte, Akteurkonstellationen und Industriestrukturen sind, ist freilich umstritten.

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Aktuelle Ausgabe April 2026

In der April-Ausgabe erinnert Hauke Brunkhorst an den großen Sozialphilosophen und langjährigen »Blätter«-Mitherausgeber Jürgen Habermas, der am 14. März 2026 gestorben ist. Im Mittelpunkt seines Lebenswerks stand die Verteidigung der Demokratie. Diese, und mit ihr die Idee eines freien Westens, wird derzeit besonders von einer Figur herausgefordert: Donald Trump. Den unkalkulierbaren Folgen des Irankriegs für die Region wie für die internationale Ordnung widmen sich Dalia Dassa Kaye sowie Nicole Deitelhoff. Robert Kagan wiederum skizziert die absehbaren kriegerischen Folgen einer durch Trump zerstörten amerikanischen Ordnung – und deren hohe Kosten für die USA selbst. Was uns Thukydides heute über den drohenden Zusammenbruch der liberalen Welt lehren kann, fragen Carlotta Voss und Daniel-Pascal Zorn. Und Nick Reimer sowie Olga Bubich erinnern an die Reaktorkatastrophe von Tschernobyl vor vierzig Jahren und ihre Gegenwart im Schatten des Ukrainekrieges.

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