Ausgabe Juli 2003

Zur Wehrpflicht nichts Neues

Die in der Vergangenheit mitunter anregend und kreativ geführte Debatte um den Fortbestand der Allgemeinen Wehrpflicht in Deutschland befindet sich mittlerweile in einem Zustand der Ermattung. Aus ihren Schützengräben an der publizistischen Front führen die Protagonisten einen Stellungskrieg, der die Strategie verfolgt, den Gegner durch ein rhetorisches Trommelfeuer immer wiederkehrender Argumente in einen Zustand mentaler Erschöpfung zu treiben, der ihn schlussendlich resigniert kapitulieren lässt.

Noch aber ist die Schlacht der Argumente nicht entschieden – ganz im Gegenteil: Mit der Vorstellung seiner neuen Verteidigungspolitischen Richtlinien (Vgl. Dokumente zum Zeitgeschehen. – D. Red.) vor wenigen Wochen hat Verteidigungsminister Peter Struck frisches Öl in die schwelende Glut der Debatte gegossen. Und nun versucht er die vermeintliche Gunst der Stunde zu nutzen, um Anfang diesen Monats die SPD-Fraktion im Deutschen Bundestag auf den Fortbestand der Allgemeinen Wehrpflicht einzuschwören. Solchermaßen soll der widerspenstige Koalitionspartner vor vollendete Tatsachen gestellt werden, denn bekanntlich plädieren die Bündnisgrünen vehement für eine Aussetzung der Allgemeinen Wehrpflicht.

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Aktuelle Ausgabe Februar 2026

In der Februar-Ausgabe analysiert Ferdinand Muggenthaler die Folgen des US-Militärschlags in Venezuela für Lateinamerika – und erläutert, an welche Grenzen Trumps imperiale Ambitionen auf dem Subkontinent stoßen könnten. Nach vier Jahren russischer Vollinvasion und einem Jahr Trump ist die Ukraine zu einem zentralen Schauplatz im Ringen um eine imperiale globale Ordnung avanciert, argumentiert Steffen Vogel. Ulrich Menzel beschreibt die Konturen des heranbrechenden neuen imperialistischen Zeitalters, in dem das »Trio infernale« – USA, Russland und China – miteinander um die globale Vorherrschaft ringt. Seyla Benhabib beleuchtet unter Rückgriff auf das Denken Hannah Arendts die dramatischen Herausforderungen der Demokratie im planetarischen Zeitalter. Sonja Peteranderl zeigt auf, wie sich deutsche Behörden aus ihrer Abhängigkeit von Trump-hörigen Tech-Konzernen lösen können. Dass der öffentlich-rechtliche Rundfunk hierzulande nicht nur innenpolitisch unter Druck steht, sondern auch ausländische Regierungen politisch Einfluss auszuüben versuchen, zeigt Wolfgang Kraushaar am Beispiel der Kontroverse um die ARD-Israel-Korrespondentin Sophie von der Tann. Und Georg Diez plädiert angesichts der wachsenden Stimmenanteile der AfD für die Abkehr von Parteidisziplin und den Umbau der Demokratie hin zu einer zielorientierten Zwei-Drittel-Republik.

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