Ausgabe Juli 2003

Bushs letzte Chance

Die Pläne der Bush-Administration für eine neue Welt beruhen auf einer Fortschrittstheorie, wonach der endgültige und natürliche Zustand der Menschheit eine weltumspannende Demokratie ist. Und dabei bedeutet das präemptive Vorgehen gegen Schurkenregime wie das im Irak eben nur, Hindernisse auf dem Weg zu dieser gemeinsamen Bestimmung zu beseitigen.

Es gibt allerdings einen bedeutenden ideologischen Konflikt innerhalb des rechten Flügels der Republikaner und der konservativen intellektuellen Kreise. Ein beachtlicher Teil der christlichen fundamentalistischen Gemeinde in den Vereinigten Staaten ist mittlerweile davon überzeugt, der Islam stehe für das Böse und der Krieg der USA mit der islamischen Welt sei Teil biblischer Vorhersehung.

Diese selbstgerechte, theologisch unqualifizierte und extrem gefährliche Idee findet ihre verfeinerte Entsprechung in der weit verbreiteten These, dass Moslems unfähig zur Demokratie seien.

Samuel Huntingtons boshafte Behauptung, der "nächste Weltkrieg" werde ein Kampf der Kulturen sein, enthält unter anderem die Anmerkung, es sei eine rein moslemische Eigenschaft, zur Gewalt zu neigen.

Solche Ideen werden allerdings ganz pragmatisch in einem Artikel von Larry Diamond mit dem Titel "Universal Democracy?" in Frage gestellt. Der Autor arbeitet beim Hoover Institut, der Text erschien in der neuesten Ausgabe der in Washington, D.C.

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Aktuelle Ausgabe Februar 2026

In der Februar-Ausgabe analysiert Ferdinand Muggenthaler die Folgen des US-Militärschlags in Venezuela für Lateinamerika – und erläutert, an welche Grenzen Trumps imperiale Ambitionen auf dem Subkontinent stoßen könnten. Nach vier Jahren russischer Vollinvasion und einem Jahr Trump ist die Ukraine zu einem zentralen Schauplatz im Ringen um eine imperiale globale Ordnung avanciert, argumentiert Steffen Vogel. Ulrich Menzel beschreibt die Konturen des heranbrechenden neuen imperialistischen Zeitalters, in dem das »Trio infernale« – USA, Russland und China – miteinander um die globale Vorherrschaft ringt. Seyla Benhabib beleuchtet unter Rückgriff auf das Denken Hannah Arendts die dramatischen Herausforderungen der Demokratie im planetarischen Zeitalter. Sonja Peteranderl zeigt auf, wie sich deutsche Behörden aus ihrer Abhängigkeit von Trump-hörigen Tech-Konzernen lösen können. Dass der öffentlich-rechtliche Rundfunk hierzulande nicht nur innenpolitisch unter Druck steht, sondern auch ausländische Regierungen politisch Einfluss auszuüben versuchen, zeigt Wolfgang Kraushaar am Beispiel der Kontroverse um die ARD-Israel-Korrespondentin Sophie von der Tann. Und Georg Diez plädiert angesichts der wachsenden Stimmenanteile der AfD für die Abkehr von Parteidisziplin und den Umbau der Demokratie hin zu einer zielorientierten Zwei-Drittel-Republik.

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