Ausgabe April 2005

Togo - Ende einer Ära

Nach 38 Jahren autoritärer Herrschaft über Togo, das frühere deutsche "schmale Handtuch" Westafrika, starb Anfang Februar Präsident Gnassingbè Eyadéma. Die folgende Proklamation seines Sohnes zum neuen Staatspräsidenten durch die Armee-Führung schien nur allzu gut ins Bild Afrikas als "Putsch-Kontinent" zu passen.

Weit weniger Beachtung fand in den Medien, dass viele (auch togoische) Beobachter den faktischen Putsch als geradezu surrealistisch empfanden. Ebenso störend für das gängige Afrika-Bild wirkte auch die unmissverständliche Verurteilung durch die Afrikanische Union (AU) und die harte Haltung der Wirtschaftsgemeinschaft westafrikanischer Staaten (CEDEAO), die fast unmittelbar Sanktionen beschloss. Überrascht und geschockt erschien dagegen in den ersten Tagen die togoische Opposition, die ihr einigendes Motto "Eyadéma muss weg" verloren hatte, ohne dass aber, so die bittere Feststellung, ihr eigentlicher Gegner, das "Regime Eyadéma", verschwunden wäre.

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Aktuelle Ausgabe April 2026

In der April-Ausgabe erinnert Hauke Brunkhorst an den großen Sozialphilosophen und langjährigen »Blätter«-Mitherausgeber Jürgen Habermas, der am 14. März 2026 gestorben ist. Im Mittelpunkt seines Lebenswerks stand die Verteidigung der Demokratie. Diese, und mit ihr die Idee eines freien Westens, wird derzeit besonders von einer Figur herausgefordert: Donald Trump. Den unkalkulierbaren Folgen des Irankriegs für die Region wie für die internationale Ordnung widmen sich Dalia Dassa Kaye sowie Nicole Deitelhoff. Robert Kagan wiederum skizziert die absehbaren kriegerischen Folgen einer durch Trump zerstörten amerikanischen Ordnung – und deren hohe Kosten für die USA selbst. Was uns Thukydides heute über den drohenden Zusammenbruch der liberalen Welt lehren kann, fragen Carlotta Voss und Daniel-Pascal Zorn. Und Nick Reimer sowie Olga Bubich erinnern an die Reaktorkatastrophe von Tschernobyl vor vierzig Jahren und ihre Gegenwart im Schatten des Ukrainekrieges.

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