Ausgabe Februar 2006

Stalins nützliche Idioten?

Zur Entstehungsgeschichte der westeuropäischen Nachkriegsverfassungen

„Weder der Herausgeber noch die anderen Verlage sollten von uns verlangen, ein Manuskript zu veröffentlichen, das unseren Gefühlen und unserem Bild von der Geschichte des 20.

„Weder der Herausgeber noch die anderen Verlage sollten von uns verlangen, ein Manuskript zu veröffentlichen, das unseren Gefühlen und unserem Bild von der Geschichte des 20. Jahrhunderts derart widerspricht.“ Mit diesen Worten endet ein Brief von Detlef Felken, Cheflektor des Münchner Beck-Verlages, an die Partnerverlage der europäischen Buchedition „Europa bauen“ und an den Herausgeber der Reihe, den französischen Mediävisten Jacques Le Goff. Das Buch, das C.H.Beck aus einer seit 15 Jahren bestehenden Vertragskooperation ausscheren ließ, heißt in der (bei Laterza) bereits erschienenen italienischen Originalausgabe „La Democrazia. Storia di un’ideologia“ – ein weit ausgreifender, sehr italienischer und, wie der Originaltitel bereits anklingen lässt, wenig auf political correctness bedachter Großessay des italienischen Althistorikers Luciano Canfora. Nicht nur der „Corriere della Sera“ erhob den Vorwurf der Zensur. Er titelte „Canforas Demokratie – für die Deutschen verboten“.

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Aktuelle Ausgabe Juni 2026

In der Juni-Ausgabe deutet Andreas Püttmann den Aufstieg der Rechten als Ausdruck einer tiefgreifenden kulturellen Krise und eines entgrenzten Narzissmus. Meron Mendel plädiert für eine Pluralisierung der Erinnerungskultur, die nicht nur warnt, sondern auch verbindet. Angesichts des gegenwärtigen autoritären Umbruchs entwirft Franziska Brantner einen neuen Liberalismus, der Freiheit, Gerechtigkeit und Nachhaltigkeit zusammendenkt. Nina Kolleck erklärt, warum die Nutzung von Social Media kein Privatproblem ist und die Verantwortung für deren gravierende Folgen zuvorderst bei den Plattformbetreibern liegt. Carola Lentz würdigt die Geschichte des Goethe-Instituts und die demokratische Qualität seiner Kulturarbeit, die heute zunehmend in das Fahrwasser rauer Machtpolitik gerate. Wolfgang Zellner lotet in einer von Ordnungszerfall und Großmachtkonkurrenz geprägten Welt die Handlungsspielräume Europas aus, während Wolfgang Kaleck fragt, wie sich das Völkerrecht gegen Trump verteidigen – und weiterentwickeln – lässt.

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