Ausgabe Juli 2006

Abgashandel

Die verheerenden ökologischen und ökonomischen Folgen des globalen Klimawandels machen klimapolitische Maßnahmen zwingend notwendig. Mittlerweile herrscht weitgehend Einigkeit darüber, dass die Politik umsteuern muss, um der zunehmenden Konzentration von Treibhausgasen in der Atmosphäre entgegenzuwirken. Die auf der Konferenz der Vereinten Nationen für Umwelt und Entwicklung in Rio de Janeiro 1992 beschlossene Klimarahmenkonvention und das daraus folgende Kyoto-Protokoll stellen die wesentlichen Grundlagen der internationalen Klimapolitik dar. Das Protokoll gibt in einem festgelegten Zeitrahmen völkerrechtlich verbindliche und überprüfbare Klimaschutzziele vor und begrenzt damit erstmalig die Menge an Treibhausgasen, die die Unterzeichnerstaaten emittieren dürfen.

Bezogen auf das Basisjahr 1990 sollen die Emissionen der sechs Treibhausgase1 innerhalb des Zeitraums 2008- 2012 um durchschnittlich fünf Prozent reduziert werden. Diese Mindestreduktionspflicht wird unterschiedlich auf die Vertragsstaaten verteilt. So soll die Europäische Union insgesamt acht Prozent reduzieren, wobei dieses Ziel auf die einzelnen Mitgliedstaaten umverteilt wird. Die Bundesrepublik hat im Rahmen der EU-Lastenteilungsvereinbarung eine Emissionsreduktion von 21 Prozent übernommen.

Um dramatische Umweltschäden zu vermeiden, ist es erforderlich, den weltweiten Temperaturanstieg langfristig auf maximal zwei Grad Celsius gegenüber dem vorindustriellen Stand zu begrenzen.

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Aktuelle Ausgabe April 2026

In der April-Ausgabe erinnert Hauke Brunkhorst an den großen Sozialphilosophen und langjährigen »Blätter«-Mitherausgeber Jürgen Habermas, der am 14. März 2026 gestorben ist. Im Mittelpunkt seines Lebenswerks stand die Verteidigung der Demokratie. Diese, und mit ihr die Idee eines freien Westens, wird derzeit besonders von einer Figur herausgefordert: Donald Trump. Den unkalkulierbaren Folgen des Irankriegs für die Region wie für die internationale Ordnung widmen sich Dalia Dassa Kaye sowie Nicole Deitelhoff. Robert Kagan wiederum skizziert die absehbaren kriegerischen Folgen einer durch Trump zerstörten amerikanischen Ordnung – und deren hohe Kosten für die USA selbst. Was uns Thukydides heute über den drohenden Zusammenbruch der liberalen Welt lehren kann, fragen Carlotta Voss und Daniel-Pascal Zorn. Und Nick Reimer sowie Olga Bubich erinnern an die Reaktorkatastrophe von Tschernobyl vor vierzig Jahren und ihre Gegenwart im Schatten des Ukrainekrieges.

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