Ausgabe Februar 2007

Aceh: Die Ruhe nach dem Sturm

Die Gouverneurswahlen in Aceh vom 11. Dezember 2006 galten weithin als Lackmustest für die friedliche Zukunft der von 30 Jahren Bürgerkrieg und dem Tsunami des Jahres 2004 schwer gebeutelten indonesischen Provinz. Denn diese ersten freien Wahlen auf Provinzebene waren zentraler Bestandteil des Friedensabkommens,1 das im August 2005 zwischen der indonesischen Zentralregierung unter Präsident Susilo Bambang Yudhoyono und der Guerillabewegung Gerakan Aceh Merdeka (Bewegung Freies Aceh, GAM) geschlossen wurde. Der insgesamt freie und faire Ablauf der Wahlen bestätigte dabei die Hoffnung, dass der erdgas- und erdölreichsten Provinz Indonesiens eine friedlichere Zukunft bevorstehen könnte.

Bei den Wahlen für die Posten des Provinzgouverneurs und der Bezirksvorsteher standen sich als Kandidaten frühere Gegner aus dem politischen Establishment Djakartas und der Guerilla gegenüber. Zum Gouverneur wurde überraschenderweise Irwandi Yusuf gewählt, einer der früheren Guerillaführer, der sich als unabhängiger Kandidat mit über 39 Prozent der Stimmen nicht nur gegen die Kandidaten der Zentralregierung und Vertreter islamischer Parteien durchsetzen konnte, sondern auch gegen Human Hamid, den Konkurrenzkandidaten aus den Reihen der GAM.

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