Ausgabe Juni 2007

Zoff im Hause Springer

Wer hat in der Vergangenheit nicht alles die „Bild“-Zeitung und ihre Macher kritisiert: Rudi Dutschke und die APO („Enteignet Springer!“). Oder Günter Wallraff, „der Mann, der bei ‚Bild‘ Hans Esser war“. Und im Internet gibt’s inzwischen den „BildBlog“, wo täglich die neuesten kleinen und großen Lügen der Zeitung aufgedeckt werden.

So wichtig diese Kritik ist: Viel erreicht hat der Kampf gegen die „Bild“ nicht. Zu immun scheint die Leserschaft des Blattes gegenüber dem Nachweis, dass „Bild lügt“.

Im Mai aber hat Alan Posener, der Kommentarchef der „Welt“, höchstselbst zugeschlagen. In seinem Weblog auf „Welt online“ ging er mit dem „Bild“-Chefredakteur Kai Diekmann anlässlich von dessen neuem Buch mit dem Titel „Der große Selbstbetrug“ hart ins Gericht. Dort rechnet Diekmann mit „den 68ern“ ab – was Posener einer ätzenden Kritik unterzieht:

„Ah ja, klar. Die 68er haben K.D. [Kai Diekmann] gezwungen, als Chefredakteur der Bildzeitung nach Auffassung des Berliner Landgerichts ‚bewusst seinen wirtschaftlichen Vorteil aus der Persönlichkeitsrechtsverletzung Anderer‘ zu ziehen.

Sie haben etwa 27% des Textes gelesen. Um die verbleibenden 73% zu lesen, haben Sie die folgenden Möglichkeiten:

Artikel kaufen (1€)
Digitalausgabe kaufen (10€)
Anmelden

Aktuelle Ausgabe April 2026

In der April-Ausgabe erinnert Hauke Brunkhorst an den großen Sozialphilosophen und langjährigen »Blätter«-Mitherausgeber Jürgen Habermas, der am 14. März 2026 gestorben ist. Im Mittelpunkt seines Lebenswerks stand die Verteidigung der Demokratie. Diese, und mit ihr die Idee eines freien Westens, wird derzeit besonders von einer Figur herausgefordert: Donald Trump. Den unkalkulierbaren Folgen des Irankriegs für die Region wie für die internationale Ordnung widmen sich Dalia Dassa Kaye sowie Nicole Deitelhoff. Robert Kagan wiederum skizziert die absehbaren kriegerischen Folgen einer durch Trump zerstörten amerikanischen Ordnung – und deren hohe Kosten für die USA selbst. Was uns Thukydides heute über den drohenden Zusammenbruch der liberalen Welt lehren kann, fragen Carlotta Voss und Daniel-Pascal Zorn. Und Nick Reimer sowie Olga Bubich erinnern an die Reaktorkatastrophe von Tschernobyl vor vierzig Jahren und ihre Gegenwart im Schatten des Ukrainekrieges.

Zur Ausgabe Probeabo

Weitere Artikel zum Thema Medien

Holger Friedrich und die OAZ: Wie ein Verleger Demokratiefeinde hofiert

von Matthias Meisner

Auf dem deutschen Medienmarkt gibt es seit Ende Februar eine neue Zeitung. Das ist angesichts der andauernden Krise der Printmedien bemerkenswert. Doch über die »Ostdeutsche Allgemeine Zeitung« gibt es noch weit mehr zu sagen.