Ausgabe Mai 2008

Verbote gegen Rechts?

Und wieder geistert es durch den parteipolitischen Diskurs der Bundesrepublik, das vor fünf Jahren so kläglich gescheiterte NPD-Verbot.1 Während sich die Union diesmal eher zurückhält, ist es vor allem die SPD, die auf ein Verbotsverfahren drängt.

Und wieder geistert es durch den parteipolitischen Diskurs der Bundesrepublik, das vor fünf Jahren so kläglich gescheiterte NPD-Verbot.1 Während sich die Union diesmal eher zurückhält, ist es vor allem die SPD, die auf ein Verbotsverfahren drängt. Das allerdings zu einem politisch-strategisch denkbar ungünstigen Zeitpunkt: Gegenwärtig macht die NPD nämlich selbst Anstalten, sich mittels interner Rankünen und Machtkämpfe politisch ins Abseits zu bugsieren. Ein neuerliches Verbotsverfahren wäre deshalb vor allem dazu geeignet, die Reihen der Partei durch den Druck von außen zu schließen und damit den NPD-internen Selbstzerstörungsprozess zu beenden.

Hinzu kommt: Das Problem der radikalen Rechten wäre man auch mit einem NPD-Verbot keineswegs los, im Gegenteil. In den vergangenen Jahren ist es besonders den Freien Kameradschaften gelungen, durch ständigen Aktionismus die eigene Anhängerschaft zu konsolidieren.

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Aktuelle Ausgabe April 2026

In der April-Ausgabe erinnert Hauke Brunkhorst an den großen Sozialphilosophen und langjährigen »Blätter«-Mitherausgeber Jürgen Habermas, der am 14. März 2026 gestorben ist. Im Mittelpunkt seines Lebenswerks stand die Verteidigung der Demokratie. Diese, und mit ihr die Idee eines freien Westens, wird derzeit besonders von einer Figur herausgefordert: Donald Trump. Den unkalkulierbaren Folgen des Irankriegs für die Region wie für die internationale Ordnung widmen sich Dalia Dassa Kaye sowie Nicole Deitelhoff. Robert Kagan wiederum skizziert die absehbaren kriegerischen Folgen einer durch Trump zerstörten amerikanischen Ordnung – und deren hohe Kosten für die USA selbst. Was uns Thukydides heute über den drohenden Zusammenbruch der liberalen Welt lehren kann, fragen Carlotta Voss und Daniel-Pascal Zorn. Und Nick Reimer sowie Olga Bubich erinnern an die Reaktorkatastrophe von Tschernobyl vor vierzig Jahren und ihre Gegenwart im Schatten des Ukrainekrieges.

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