Ausgabe März 2009

Hat die Wirtschaftskrise ein Geschlecht?

Mit der Einführung des Elterngeldes und dem Ausbau der Kinderbetreuungseinrichtungen löst das Leitbild der erwerbstätigen Mutter das Modell der „Ernährer-Familie mit Zuverdienerin“ ab – diese These hat Claudia Pinl in der letzten Ausgabe der „Blätter“ als geschlechterpolitischen Paradigmenwechsel analysiert. 1 Dem ist zweifellos zuzustimmen.

Mit der Einführung des Elterngeldes und dem Ausbau der Kinderbetreuungseinrichtungen löst das Leitbild der erwerbstätigen Mutter das Modell der „Ernährer-Familie mit Zuverdienerin“ ab – diese These hat Claudia Pinl in der letzten Ausgabe der „Blätter“ als geschlechterpolitischen Paradigmenwechsel analysiert. 1

Dem ist zweifellos zuzustimmen. Aber, so ist zu fragen, bewegt sich die Gesellschaft aktuell, im Zuge der Finanz- und Wirtschaftskrise, tatsächlich auf eine andere Geschlechterpolitik zu? Sind die politisch induzierten Konjunkturprogramme geschlechtergerecht ausgerichtet?

Um es vorwegzunehmen: Meine Antwort lautet Nein. Denn die konjunkturpolitischen Maßnahmen sprechen eine deutlich andere Sprache. Sie basie-ren auf einem geschlechterpolitischen Konservatismus, dessen Kennzeichen weiterhin die Konzentration auf die industrielle Arbeit und das Leitbild des „männlichen Ernährers“ sind.

Zunächst fällt auf, dass beide Konjunkturprogramme überwiegend auf Bereiche zielen, in denen primär Männer arbeiten.

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Aktuelle Ausgabe April 2026

In der April-Ausgabe erinnert Hauke Brunkhorst an den großen Sozialphilosophen und langjährigen »Blätter«-Mitherausgeber Jürgen Habermas, der am 14. März 2026 gestorben ist. Im Mittelpunkt seines Lebenswerks stand die Verteidigung der Demokratie. Diese, und mit ihr die Idee eines freien Westens, wird derzeit besonders von einer Figur herausgefordert: Donald Trump. Den unkalkulierbaren Folgen des Irankriegs für die Region wie für die internationale Ordnung widmen sich Dalia Dassa Kaye sowie Nicole Deitelhoff. Robert Kagan wiederum skizziert die absehbaren kriegerischen Folgen einer durch Trump zerstörten amerikanischen Ordnung – und deren hohe Kosten für die USA selbst. Was uns Thukydides heute über den drohenden Zusammenbruch der liberalen Welt lehren kann, fragen Carlotta Voss und Daniel-Pascal Zorn. Und Nick Reimer sowie Olga Bubich erinnern an die Reaktorkatastrophe von Tschernobyl vor vierzig Jahren und ihre Gegenwart im Schatten des Ukrainekrieges.

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