Ausgabe September 2009

ETA: 50 Jahre und kein Ende

Anlässlich ihres 50jährigen Bestehens am 31. Juli ließ es die baskische ETA dramatisch krachen. Zwei Tage vor dem Jubiläum explodierte eine Bombe vor einer Kaserne der Guardia Civil in Burgos. Fast 50 Menschen wurden verletzt, nur glückliche Umstände verhinderten Tote. Einen Tag später tötete die Untergrundorganisation auf Mallorca zwei Zivilgardisten mit einer Bombe, die unter deren Fahrzeug versteckt war. Inmitten des dadurch ausgelösten Polizeieinsatzes – dem größten, den die Ferieninsel bislang erlebte – detonierten vier weitere Bomben in Palma de Mallorca an von Touristen frequentierten Orten. Bereits einige Wochen zuvor hatte ein ETA-Kommando einen Antiterrorermittler der spanischen Polizei in Bilbao ermordet.

Tödliche Schläge gegen Guardia Civil und Polizei, Attentate in rascher Folge, ein zielgenauer Angriff auf die Tourismusindustrie, einem der wichtigsten Wirtschaftszweige des krisengebeutelten Landes – der baskischen Untergrundorganisation ging es offensichtlich darum, zum Jubiläum Handlungsfähigkeit zu demonstrieren. Tatsächlich steht diese Kapazität zum Terror in scharfem Kontrast zu den Verlautbarungen der spanischen Regierung, allen voran seitens des Innenministers Alfredo Pérez Rubalcaba, der zuletzt nach einer langen Reihe von Fahndungserfolgen das absehbare Ende der ETA beschworen hatte. 1

Nicht erst die Bomben auf Mallorca entlarven diese Einschätzung als bloßes Wunschdenken.

Sie haben etwa 12% des Textes gelesen. Um die verbleibenden 88% zu lesen, haben Sie die folgenden Möglichkeiten:

Artikel kaufen (1€)
Digitalausgabe kaufen (10€)
Anmelden

Aktuelle Ausgabe März 2026

In der März-Ausgabe spannt sich der Bogen von der Antike bis zur Gegenwartskrise: Markus Linden zeigt, wie die Neue Rechte Platon und Cicero für ihre antiliberale Propaganda vereinnahmt. Maike Albath beleuchtet, wie Giorgia Meloni der italienischen Rechten ein vermeintlich harmloses, mütterliches Image verleiht. Antje Schrupp bilanziert die Politik der Gleichstellung und fragt, wie weibliche Freiheit in einem postpatriarchalen Zeitalter neu gedacht werden kann. Zum Holocaust-Gedenktag fordert die Auschwitz-Überlebende Tova Friedman in einem eindringlichen Appell entschlossenes Handeln gegen den wieder aufblühenden Antisemitismus. Eva Illouz diskutiert mit Dieter Thomä, wie im Schatten des Gazakrieges die Voraussetzungen für eine friedliche Zukunft in Nahost geschaffen werden könnten. Wolfgang Zellner analysiert, wie Europa angesichts des drohenden Zerfalls der Nato seine Souveränität bewahren kann. Robert Misik plädiert für einen radikalen Linksliberalismus als Antwort auf den rechten Autoritarismus. Und während Jochen Ahlswede 15 Jahre nach Fukushima vor einer Entmachtung der Atomsicherheitsbehörden warnt, fragt Frank Adloff, wie sich eine ökologische Zukunft trotz multipler Krisen offenhalten lässt.

Zur Ausgabe Probeabo

Weitere Artikel zum Thema Krieg und Frieden