Ausgabe Mai 2010

Die Elemente der Erziehung

Ethos der Erziehung: Der Streit um die Reformpädagogik

In der anhaltenden Debatte um den jahrzehntelangen sexuellen Missbrauch von Schülern und Schülerinnen an der Odenwaldschule ist auch der Nestor der deutschen Erziehungswissenschaften Hartmut von Hentig in die Kritik geraten (aufgrund seiner verharmlosenden Äußerungen zum Missbrauch von Schülern durch seinen Lebenspartner Gerold Becker, dem langjährigen Leiter der Odenwaldschule). Bereits zu Beginn des Jahres, vor Aufflammen der Missbrauchsdebatte, zog Hentig in einem begeistert aufgenommenem Vortrag im Stuttgarter Neuen Schloss eine Bilanz seines pädagogischen Wirkens (der Berichterstatter der „Süddeutschen Zeitung“, Tanjev Schulz, sprach gar von einer „reinigenden pädagogischen Messe“, vgl. SZ vom 30.1.2010). Wir präsentieren Hentigs Ausführungen, in denen er jene zehn Elemente vorstellt, die für ihn das Ethos der Erziehung ausmachen.
Anschließend setzt sich Hentigs Kollege, „Blätter“-Mitherausgeber Micha Brumlik, in einer kritischen Betrachtung des Textes insbesondere mit dessen Auslassungen und Andeutungen zum „pädagogischen Eros“ auseinander.

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Aktuelle Ausgabe Februar 2026

In der Februar-Ausgabe analysiert Ferdinand Muggenthaler die Folgen des US-Militärschlags in Venezuela für Lateinamerika – und erläutert, an welche Grenzen Trumps imperiale Ambitionen auf dem Subkontinent stoßen könnten. Nach vier Jahren russischer Vollinvasion und einem Jahr Trump ist die Ukraine zu einem zentralen Schauplatz im Ringen um eine imperiale globale Ordnung avanciert, argumentiert Steffen Vogel. Ulrich Menzel beschreibt die Konturen des heranbrechenden neuen imperialistischen Zeitalters, in dem das »Trio infernale« – USA, Russland und China – miteinander um die globale Vorherrschaft ringt. Seyla Benhabib beleuchtet unter Rückgriff auf das Denken Hannah Arendts die dramatischen Herausforderungen der Demokratie im planetarischen Zeitalter. Sonja Peteranderl zeigt auf, wie sich deutsche Behörden aus ihrer Abhängigkeit von Trump-hörigen Tech-Konzernen lösen können. Dass der öffentlich-rechtliche Rundfunk hierzulande nicht nur innenpolitisch unter Druck steht, sondern auch ausländische Regierungen politisch Einfluss auszuüben versuchen, zeigt Wolfgang Kraushaar am Beispiel der Kontroverse um die ARD-Israel-Korrespondentin Sophie von der Tann. Und Georg Diez plädiert angesichts der wachsenden Stimmenanteile der AfD für die Abkehr von Parteidisziplin und den Umbau der Demokratie hin zu einer zielorientierten Zwei-Drittel-Republik.

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