Ausgabe Oktober 2010

Sudan: Eskalation mit deutscher Hilfe

Im Januar 2011 soll die südsudanesische Bevölkerung in einem Referendum darüber entscheiden, ob der Süden Teil eines vereinten Sudan bleibt oder unabhängig wird. Das Referendum geht zurück auf das am 9. Januar 2005 beschlossene „Umfassende Friedensabkommen“ zwischen der Zentralregierung in Khartum und der Rebellenorganisation Sudanesische Volksbefreiungsbewegung(SPLM), das den langjährigen Bürgerkrieg zwischen Nord- und Südsudan beendete. Danach sollte das Land in einer sechsjährigen Übergangsphase demokratisch transformiert und die Einheit „attraktiv“ gemacht werden.

Zur Überwachung und Unterstützung des Abkommens haben die Vereinten Nationen eine Militärmission eingerichtet, die United Nations Mission in Sudan (UNMIS).[1] Ihre Aufgabe ist die Überwachung des Waffenstillstands und des Abzugs der beiden Armeen aus der Grenzregion, die Hilfe beim Auf- bau gemeinsamer Nord-Süd-Armeeeinheiten, die Unterstützung bei der Ausbildung von Polizeikräften sowie beim Aufbau von staatlichen Institutionen und Infrastruktur im Südsudan.

Friedensabkommen vor dem Aus

Bislang hat der Waffenstillstand weitgehend gehalten. Ein stabiler Frieden ist jedoch nicht in Sicht.

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Aktuelle Ausgabe April 2026

In der April-Ausgabe erinnert Hauke Brunkhorst an den großen Sozialphilosophen und langjährigen »Blätter«-Mitherausgeber Jürgen Habermas, der am 14. März 2026 gestorben ist. Im Mittelpunkt seines Lebenswerks stand die Verteidigung der Demokratie. Diese, und mit ihr die Idee eines freien Westens, wird derzeit besonders von einer Figur herausgefordert: Donald Trump. Den unkalkulierbaren Folgen des Irankriegs für die Region wie für die internationale Ordnung widmen sich Dalia Dassa Kaye sowie Nicole Deitelhoff. Robert Kagan wiederum skizziert die absehbaren kriegerischen Folgen einer durch Trump zerstörten amerikanischen Ordnung – und deren hohe Kosten für die USA selbst. Was uns Thukydides heute über den drohenden Zusammenbruch der liberalen Welt lehren kann, fragen Carlotta Voss und Daniel-Pascal Zorn. Und Nick Reimer sowie Olga Bubich erinnern an die Reaktorkatastrophe von Tschernobyl vor vierzig Jahren und ihre Gegenwart im Schatten des Ukrainekrieges.

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