Ausgabe März 2012

Der Betriebsrat als Co-Manager

Gleich in mehreren Branchen stehen in diesem Monat Tarifverhandlungen an: Anfang März beginnen die Gespräche im Öffentlichen Dienst, Mitte März dann in der Metall- und Elektroindustrie. Die Gewerkschaften IG Metall und ver.di fordern für die Beschäftigten beider Branchen bis zu 6,5 Prozent mehr Lohn – deutlich mehr als sie in der vorangegangen Tarifrunde 2010/2011 herausholen konnten. Die Belegschaften wollen nach Jahren der Zurückhaltung an den Früchten des Wirtschaftswachstums des letzten Jahres partizipieren; Streiks sind daher nicht ausgeschlossen.

Wenn es um die Rechte von Arbeitnehmern geht, wird sich die mediale Aufmerksamkeit somit primär auf die kommenden Verhandlungsrunden richten. Was dabei schnell aus dem Blickfeld gerät, ist die alltägliche Arbeit, die Beschäftigte speziell im Betriebsrat als dem zentralen Gremium der betrieblichen Mitbestimmung leisten.

Der Betriebsrat gilt im deutschen System der industriellen Beziehungen als eine bewährte Institution, die besonders in den traditionellen Wirtschaftssektoren ihre Bastion hat. Doch mit dem wirtschaftsstrukturellen Wandel haben sich in den letzten Jahren Betriebe ohne Betriebsrat erheblich vermehrt.

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Aktuelle Ausgabe Februar 2026

In der Februar-Ausgabe analysiert Ferdinand Muggenthaler die Folgen des US-Militärschlags in Venezuela für Lateinamerika – und erläutert, an welche Grenzen Trumps imperiale Ambitionen auf dem Subkontinent stoßen könnten. Nach vier Jahren russischer Vollinvasion und einem Jahr Trump ist die Ukraine zu einem zentralen Schauplatz im Ringen um eine imperiale globale Ordnung avanciert, argumentiert Steffen Vogel. Ulrich Menzel beschreibt die Konturen des heranbrechenden neuen imperialistischen Zeitalters, in dem das »Trio infernale« – USA, Russland und China – miteinander um die globale Vorherrschaft ringt. Seyla Benhabib beleuchtet unter Rückgriff auf das Denken Hannah Arendts die dramatischen Herausforderungen der Demokratie im planetarischen Zeitalter. Sonja Peteranderl zeigt auf, wie sich deutsche Behörden aus ihrer Abhängigkeit von Trump-hörigen Tech-Konzernen lösen können. Dass der öffentlich-rechtliche Rundfunk hierzulande nicht nur innenpolitisch unter Druck steht, sondern auch ausländische Regierungen politisch Einfluss auszuüben versuchen, zeigt Wolfgang Kraushaar am Beispiel der Kontroverse um die ARD-Israel-Korrespondentin Sophie von der Tann. Und Georg Diez plädiert angesichts der wachsenden Stimmenanteile der AfD für die Abkehr von Parteidisziplin und den Umbau der Demokratie hin zu einer zielorientierten Zwei-Drittel-Republik.

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