Ausgabe August 2013

Ägyptischer Neubeginn?

Der Militärputsch, mit dem Ägyptens erster demokratisch gewählter Präsident gestürzt wurde und der überall im Land zur Verhaftung von Führern der Muslimbruderschaft führte, birgt eine enorme Gefahr – nicht nur für den demokratischen Wandel in Ägypten, sondern auch für die demokratischen Hoffnungen der gesamten arabischen Welt.

Die massive öffentliche Unterstützung, mit der der Putsch erfolgte, zeigt, vor welchen enormen Schwierigkeiten die Muslimbruderschaft nach ihrer ersten Regierungsübernahme stand. Präsident Mohammed Mursis Regierung tat sich schwer, die wirtschaftliche und soziale Krise im Lande, die sie vom Mubarak-Regime geerbt hatte, zu bewältigen. Zudem waren die öffentlichen Erwartungen im Gefolge der Revolution von 2011 enorm: Deren Protagonisten strebten nicht nur Freiheit, sondern auch wirtschaftliche Entwicklung und soziale Gerechtigkeit an. Natürlich war die Muslimbruderschaft auch ein Opfer ihrer eigenen Fehler – insbesondere des Versäumnisses Mursis, auf die säkulare Opposition zuzugehen, von der Teile zu seiner Wahl beigetragen hatten. Die Regierung Mursi hatte nicht verstanden, dass ein knapper Wahlsieg nicht ausreicht – schon gar nicht in diesen Tagen.

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Aktuelle Ausgabe April 2026

In der April-Ausgabe erinnert Hauke Brunkhorst an den großen Sozialphilosophen und langjährigen »Blätter«-Mitherausgeber Jürgen Habermas, der am 14. März 2026 gestorben ist. Im Mittelpunkt seines Lebenswerks stand die Verteidigung der Demokratie. Diese, und mit ihr die Idee eines freien Westens, wird derzeit besonders von einer Figur herausgefordert: Donald Trump. Den unkalkulierbaren Folgen des Irankriegs für die Region wie für die internationale Ordnung widmen sich Dalia Dassa Kaye sowie Nicole Deitelhoff. Robert Kagan wiederum skizziert die absehbaren kriegerischen Folgen einer durch Trump zerstörten amerikanischen Ordnung – und deren hohe Kosten für die USA selbst. Was uns Thukydides heute über den drohenden Zusammenbruch der liberalen Welt lehren kann, fragen Carlotta Voss und Daniel-Pascal Zorn. Und Nick Reimer sowie Olga Bubich erinnern an die Reaktorkatastrophe von Tschernobyl vor vierzig Jahren und ihre Gegenwart im Schatten des Ukrainekrieges.

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