Ausgabe Dezember 2013

Tomaten für Gerechtigkeit

Der letzte Fastfood-Hamburger, den Sie gegessen haben, hat wahrscheinlich fast nichts gekostet. Aber was hat die Tomatenscheibe auf dem Burger den Beschäftigten gekostet, der sie dort hingelegt hat? Fast überall in der Welt – auch in den USA – können diese Kosten schockierend hoch sein.

Extrem niedrige Löhne sind nur der Anfang. In Florida verdienen Tomatenpflücker durchschnittlich nur einen halben Dollar für einen Eimer mit einem Füllgewicht von 14,5 Kilogramm. Ein Pflücker, der den ganzen Tag arbeitet – eine Knochenarbeit, die vor dem Morgengrauen beginnt –, kann von Glück sagen, wenn er 10 500 Dollar im Jahr verdient. Damit liegt er unterhalb der Armutsgrenze.

Hinzu kommen die alarmierenden Menschenrechtsverletzungen. In Mexiko haben die Behörden vor kurzem fast 300 Menschen, darunter 39 Teenager, befreit, die unter sklavereiähnlichen Bedingungen „in einem Lager gehalten wurden, in dem Tomaten sortiert und für den Export verpackt werden“. Die US-Bundesbehörden nennen Floridas Tomatenplantagen „den Ground Zero für moderne Sklaverei“. Die Misshandlungen von Landarbeitern durch die Agrarwirtschaft dort sind gravierend und systematisch.

Das rief die Campaign for Fair Food auf den Plan.

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In der April-Ausgabe erinnert Hauke Brunkhorst an den großen Sozialphilosophen und langjährigen »Blätter«-Mitherausgeber Jürgen Habermas, der am 14. März 2026 gestorben ist. Im Mittelpunkt seines Lebenswerks stand die Verteidigung der Demokratie. Diese, und mit ihr die Idee eines freien Westens, wird derzeit besonders von einer Figur herausgefordert: Donald Trump. Den unkalkulierbaren Folgen des Irankriegs für die Region wie für die internationale Ordnung widmen sich Dalia Dassa Kaye sowie Nicole Deitelhoff. Robert Kagan wiederum skizziert die absehbaren kriegerischen Folgen einer durch Trump zerstörten amerikanischen Ordnung – und deren hohe Kosten für die USA selbst. Was uns Thukydides heute über den drohenden Zusammenbruch der liberalen Welt lehren kann, fragen Carlotta Voss und Daniel-Pascal Zorn. Und Nick Reimer sowie Olga Bubich erinnern an die Reaktorkatastrophe von Tschernobyl vor vierzig Jahren und ihre Gegenwart im Schatten des Ukrainekrieges.

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