Ausgabe Januar 2014

Große Koalition zum Dritten: Schluss mit Agenda

Nach langwierigen Verhandlungen und einer beispiellosen SPD-Mitgliederbefragung ist sie nun tatsächlich Realität, die dritte große Koalition. Doch die Debatte über Pro und Contra geht weiter, mit Beiträgen der »Blätter«-Mitherausgeber Rudolf Hickel und Detlef Hensche sowie des Ex-Staatssekretärs und UNCTAD-Chefökonomen Heiner Flassbeck.

Kein Zweifel, dieser Koalitionsvertrag gehört zu den umstrittensten der letzten Jahrzehnte. Zudem kennzeichnet ihn ein besonderes Spezifikum: Die Kritik kommt von allen Seiten.

Die Wirtschaftsverbände laufen Sturm. Sie haben bisher kein armutsfestes Konzept zur Altersvorsorge vorgelegt; gleichzeitig blockieren sie aggressiv die Lösung der Umweltfrage. Und doch beklagen sie jetzt heuchlerisch die mangelnde Zukunftsfähigkeit des Vertrags für künftige Generationen. Aber auch die künftigen Oppositionsparteien üben umfassende Kritik. Speziell die Linkspartei, die sich zu Recht im Wahlkampf mit weiterreichenden Forderungen im Kampf gegen Arbeits- und Altersarmut gegen die SPD profiliert hatte, wundert sich jetzt darüber, dass Letztere ihre For­derungen nicht übernommen hat. Die Kritik der Grünen fällt dagegen auffällig zurückhaltend aus; sie bezieht sich vor allem auf die Förderung von Kohlekraftwerken.

Doch auch innerhalb der Koalitionsparteien ist die Einschätzung durchaus kontrovers.

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In der Februar-Ausgabe analysiert Ferdinand Muggenthaler die Folgen des US-Militärschlags in Venezuela für Lateinamerika – und erläutert, an welche Grenzen Trumps imperiale Ambitionen auf dem Subkontinent stoßen könnten. Nach vier Jahren russischer Vollinvasion und einem Jahr Trump ist die Ukraine zu einem zentralen Schauplatz im Ringen um eine imperiale globale Ordnung avanciert, argumentiert Steffen Vogel. Ulrich Menzel beschreibt die Konturen des heranbrechenden neuen imperialistischen Zeitalters, in dem das »Trio infernale« – USA, Russland und China – miteinander um die globale Vorherrschaft ringt. Seyla Benhabib beleuchtet unter Rückgriff auf das Denken Hannah Arendts die dramatischen Herausforderungen der Demokratie im planetarischen Zeitalter. Sonja Peteranderl zeigt auf, wie sich deutsche Behörden aus ihrer Abhängigkeit von Trump-hörigen Tech-Konzernen lösen können. Dass der öffentlich-rechtliche Rundfunk hierzulande nicht nur innenpolitisch unter Druck steht, sondern auch ausländische Regierungen politisch Einfluss auszuüben versuchen, zeigt Wolfgang Kraushaar am Beispiel der Kontroverse um die ARD-Israel-Korrespondentin Sophie von der Tann. Und Georg Diez plädiert angesichts der wachsenden Stimmenanteile der AfD für die Abkehr von Parteidisziplin und den Umbau der Demokratie hin zu einer zielorientierten Zwei-Drittel-Republik.

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