Ausgabe April 2014

Die Care-Revolution: Was ist uns Fürsorge wert?

Frauen verdienen nicht nur weniger als Männer, sondern sind auch nach wie vor für den Großteil der Reproduktionsarbeit zuständig: für den Haushalt, die Kindererziehung und die Pflege Angehöriger. Um diese sexistische Arbeitsteilung zu beenden, braucht es eine radikale Neubewertung fürsorglicher Arbeit, fordert Sebastian Dörfler.

Der erste Vorstoß der neuen Bundesfamilienministerin Manuela Schwesig war einer jener Momente, in denen das Wort „Reform“ kurzzeitig seinen krisenbehafteten Schrecken ablegte und eine fast schon vergessene Bedeutung annahm: die „Reform“ als kleiner Schritt in die richtige Richtung.

Schwesig hatte Anfang Januar vorgeschlagen, eine 32-Stunden-Woche für Eltern bei steuerfinanziertem Lohnausgleich einzuführen. Für kurze Zeit schien es, als nähme endlich jemand ernst, dass die Familie ein Ort ist, an dem Kinder erzogen und Angehörige gepflegt werden müssen – und dass es dafür auch Zeit sowie eine finanzielle Absicherung braucht.

Doch die Freude über den Reformvorschlag währte nur kurz. Denn bereits einen Tag darauf kassierte Regierungssprecher Steffen Seibert den Vorstoß Schwesigs als „persönlichen Debattenbeitrag“ wieder ein.

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