Ausgabe Juni 2014

Ukraine: Revolution und Revanche

Die Revolution in der Ukraine und die darauf folgende russische Revanche – die Einverleibung der Krim in die Russische Föderation wie die anhaltende Destabilisierung der Ostukraine – haben eine schwere Krise in den internationalen Beziehungen ausgelöst. In Krisen bricht eine alte Ordnung zusammen und eine neue schafft sich Bahn, das gilt für das ukrainische Regierungssystem wie für die europäische Sicherheitspolitik. Der russische Präsident Wladimir Putin hat wiederum eindrücklich demonstriert, dass autoritäre Herrschaft im Inneren auf das Außenverhalten durchschlägt. Handelte er aus Angst vor einer heimischen Revolution? Gewiss. Seine Motive liegen offen zutage: innere Stabilisierung des eigenen, verunsicherten Regimes und eine Revision westlicher Dominanz in den internationalen Beziehungen. Angesichts der ukrainischen Revolution führten die russischen Staatsmedien dem heimischen Publikum ein Bild von Anarchie, Chaos, anti-russischem Nationalismus und westlicher Einmischung vor. Putin verwandelt sein eigenes Erschrecken in ein propagandistisches Schreckbild für die russische Innenpolitik. Offenbar mit Erfolg: Im Inneren richtet die schnelle Krim-Operation den russischen Nationalstolz über politische Lagergrenzen hinweg auf. Putin treibt damit aber auch den Preis für die Stabilisierung der Ukraine für EU und USA enorm in die Höhe.

Die EU und die USA reagieren schockiert.

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Aktuelle Ausgabe April 2026

In der April-Ausgabe erinnert Hauke Brunkhorst an den großen Sozialphilosophen und langjährigen »Blätter«-Mitherausgeber Jürgen Habermas, der am 14. März 2026 gestorben ist. Im Mittelpunkt seines Lebenswerks stand die Verteidigung der Demokratie. Diese, und mit ihr die Idee eines freien Westens, wird derzeit besonders von einer Figur herausgefordert: Donald Trump. Den unkalkulierbaren Folgen des Irankriegs für die Region wie für die internationale Ordnung widmen sich Dalia Dassa Kaye sowie Nicole Deitelhoff. Robert Kagan wiederum skizziert die absehbaren kriegerischen Folgen einer durch Trump zerstörten amerikanischen Ordnung – und deren hohe Kosten für die USA selbst. Was uns Thukydides heute über den drohenden Zusammenbruch der liberalen Welt lehren kann, fragen Carlotta Voss und Daniel-Pascal Zorn. Und Nick Reimer sowie Olga Bubich erinnern an die Reaktorkatastrophe von Tschernobyl vor vierzig Jahren und ihre Gegenwart im Schatten des Ukrainekrieges.

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