Ausgabe November 2014

Flexibel im Alter: Der Rentner als Retter?

Seit geraumer Zeit strahlt ein neuer Stern am sozialpolitischen Diskurshimmel: der arbeitende Alte. Ein jung gebliebener älterer Mensch, dem eine neue Flexi-Rente das Arbeiten ins Unbegrenzte ermöglicht. Dabei handelt es sich bei dieser Rente bisher eher um eine Metapher der sozialpolitischen Rhetorik als um eine konkrete, eigenständige Rentenart aus dem deutschen Sozialgesetzbuch. Sie umfasst ein Ensemble arbeits- und sozialrechtlicher Zielvorstellungen und Regularien, die vor allem das Weiterarbeiten über die Regelaltersgrenze hinaus befördern sollen. Dies erhofft man sich vor allem durch geeignete Kombinationen aus rentenrechtlichen Regeln (etwa Teilrente), arbeitsrechtlichen Vorschriften (etwa erleichterte Befristungen) und beitragsrechtlichen Privilegien (etwa Streichung von Arbeitgeberbeiträgen zur Renten- und Arbeitslosenversicherung). Mit Blick auf die Beschäftigten sollen materielle Anreize und sozialer Druck ineinandergreifen.

Die in dankenswerter Offenheit erklärte Zielsetzung der Flexi-Debatte lautet: „Arbeit im Alter [...] zum Massenphänomen“ werden zu lassen; und dies durch „Maßnahmen, mit denen der Ruhestand für einen möglichst großen Teil der Arbeitnehmerschaft hinausgezögert wird.

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Aktuelle Ausgabe April 2026

In der April-Ausgabe erinnert Hauke Brunkhorst an den großen Sozialphilosophen und langjährigen »Blätter«-Mitherausgeber Jürgen Habermas, der am 14. März 2026 gestorben ist. Im Mittelpunkt seines Lebenswerks stand die Verteidigung der Demokratie. Diese, und mit ihr die Idee eines freien Westens, wird derzeit besonders von einer Figur herausgefordert: Donald Trump. Den unkalkulierbaren Folgen des Irankriegs für die Region wie für die internationale Ordnung widmen sich Dalia Dassa Kaye sowie Nicole Deitelhoff. Robert Kagan wiederum skizziert die absehbaren kriegerischen Folgen einer durch Trump zerstörten amerikanischen Ordnung – und deren hohe Kosten für die USA selbst. Was uns Thukydides heute über den drohenden Zusammenbruch der liberalen Welt lehren kann, fragen Carlotta Voss und Daniel-Pascal Zorn. Und Nick Reimer sowie Olga Bubich erinnern an die Reaktorkatastrophe von Tschernobyl vor vierzig Jahren und ihre Gegenwart im Schatten des Ukrainekrieges.

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