Ausgabe Januar 2015

Frieden von unten

Initiativen gegen Gewalt in Israel und Palästina

Seit Jahren ist der Nahe Osten eine, wenn nicht die Krisenregion der Welt. Doch in diesem Jahr hat sich die Lage noch einmal dramatisch zugespitzt, speziell in Palästina und Israel. Nach dem verheerenden Krieg gegen den Gazastreifen droht sich der Konflikt religiös und sprachpolitisch aufzuladen, unter anderem durch die Vorlage eines neuen Nationalitätsgesetzes. Käme dieses durch die Knesset, wäre die arabische Sprache als offizielle Landessprache in Israel nicht mehr vorgesehen. Wie dramatisch die Lage ist, zeigt sich nicht zuletzt daran, dass immer wieder selbst israelische Militärs und Geheimdienstkräfte darauf aufmerksam machen, dass die Sicherheit Israels durch die Fortsetzung des jetzigen politischen Kurses stärker gefährdet ist als durch eine neue Politik der Gleichberechtigung und für friedliche Koexistenz.

So erklärten im September 2014 43 Reservisten der israelischen Geheimdiensteliteeinheit mit der Nummer 8200 öffentlich, dass sie keine Informationen mehr sammeln werden, die dazu dienen, Palästinenser angesichts persönlicher Schwächen und Verwundbarkeiten zur Kollaboration mit dem Besatzungsregime zu nötigen.[1] Die Reservisten äußerten sich entsetzt darüber, dass die Tötung unschuldiger Menschen in Gaza keinen breiten Protest mehr in Israel hervorrief.

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