Ausgabe September 2016

Sexismus sells

Wie die Werbung unser Geschlechterbild normiert

„Fleischereifachverkäufer/in gesucht. Voll- oder Teilzeit.“ Als Illustration dient dieser Stellenausschreibung eine blonde Frau mit einer Keule, die sie am schmalen Ende gefasst und sich lässig über die Schulter geschwungen hat. Die andere Hand in die Hüfte gestemmt posiert sie so als tatkräftige Angestellte einer Metzgerei – im Bikini.

„Sex sells“ – diese Annahme ist weit verbreitet. Doch Studien belegen, dass Nacktheit zwar Aufmerksamkeit erregt, dadurch aber zugleich Produkt und Hersteller in den Hintergrund gedrängt werden.[1] Wir erinnern uns vielleicht an die Nackte auf der LKW-Plane, der wir auf der Autobahn ein paar Kilometer weit folgen mussten, aber wer sie auf die Reise geschickt hat, und was sie von uns will – das gerät schnell in Vergessenheit. Das Parkett, die Flatrate, die Autoreifen oder Schweinekeulen verkaufen sich damit keinen Deut besser. Sex in der Werbung wirkt, aber nicht verkaufsfördernd. Stattdessen fügt sich diese wie ein Puzzleteil in unser Bild darüber ein, wie eine Frau in unserer Gesellschaft zu sein hat: sexy Beiwerk, schön anzuschauen und allzeit verfügbar.

Diese offensichtliche Form von Sexismus in der Werbung will Bundesjustizminister Heiko Maas (SPD) verbieten.

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In der Februar-Ausgabe analysiert Ferdinand Muggenthaler die Folgen des US-Militärschlags in Venezuela für Lateinamerika – und erläutert, an welche Grenzen Trumps imperiale Ambitionen auf dem Subkontinent stoßen könnten. Nach vier Jahren russischer Vollinvasion und einem Jahr Trump ist die Ukraine zu einem zentralen Schauplatz im Ringen um eine imperiale globale Ordnung avanciert, argumentiert Steffen Vogel. Ulrich Menzel beschreibt die Konturen des heranbrechenden neuen imperialistischen Zeitalters, in dem das »Trio infernale« – USA, Russland und China – miteinander um die globale Vorherrschaft ringt. Seyla Benhabib beleuchtet unter Rückgriff auf das Denken Hannah Arendts die dramatischen Herausforderungen der Demokratie im planetarischen Zeitalter. Sonja Peteranderl zeigt auf, wie sich deutsche Behörden aus ihrer Abhängigkeit von Trump-hörigen Tech-Konzernen lösen können. Dass der öffentlich-rechtliche Rundfunk hierzulande nicht nur innenpolitisch unter Druck steht, sondern auch ausländische Regierungen politisch Einfluss auszuüben versuchen, zeigt Wolfgang Kraushaar am Beispiel der Kontroverse um die ARD-Israel-Korrespondentin Sophie von der Tann. Und Georg Diez plädiert angesichts der wachsenden Stimmenanteile der AfD für die Abkehr von Parteidisziplin und den Umbau der Demokratie hin zu einer zielorientierten Zwei-Drittel-Republik.

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