Ausgabe November 2016

Die Wiederkehr der Dreißiger Jahre?

Derzeit folgen die Ereignisse einander mit rasender Geschwindigkeit: der Brexit, der Putschversuch in der Türkei, islamistische Massaker in Frankreich, die Einkreisung von Aleppo, die Kandidatur von Donald Trump. Von den USA über Frankreich bis Großbritannien sehen wir ein hohes Maß an öffentlichem Rassismus und Fremdenfeindlichkeit, das sich in den Ergüssen von Politikern mit zweistelligen Umfragewerten spiegelt. Das wirft die Frage auf: Erleben wir eine Wiederkehr der 1930er Jahre?

Oberflächlich betrachtet, bestehen tatsächlich Gemeinsamkeiten. Das britische Votum zum EU-Ausstieg zeigt eine Parallele zum September 1931, als Großbritannien panisch den Goldstandard aufgab – und damit als erstes bedeutendes Land aus dem globalen Wirtschaftssystem ausstieg. Die drohende Spaltung der Labourpartei spiegelt jenes historische Zerwürfnis, das die Partei 14 Jahre lang von der Macht fern hielt. Und natürlich findet der damalige ökonomische Hintergrund – Depression und Bankenkrise – einen Widerhall in der gegenwärtigen Lage. Doch bei einer genauen Untersuchung der 1930er erweist sich unsere heutige Situation als besser und rettbarer. In einer Hinsicht sind wir allerdings schlimmer dran als damals.

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Aktuelle Ausgabe Juni 2026

In der Juni-Ausgabe deutet Andreas Püttmann den Aufstieg der Rechten als Ausdruck einer tiefgreifenden kulturellen Krise und eines entgrenzten Narzissmus. Meron Mendel plädiert für eine Pluralisierung der Erinnerungskultur, die nicht nur warnt, sondern auch verbindet. Angesichts des gegenwärtigen autoritären Umbruchs entwirft Franziska Brantner einen neuen Liberalismus, der Freiheit, Gerechtigkeit und Nachhaltigkeit zusammendenkt. Nina Kolleck erklärt, warum die Nutzung von Social Media kein Privatproblem ist und die Verantwortung für deren gravierende Folgen zuvorderst bei den Plattformbetreibern liegt. Carola Lentz würdigt die Geschichte des Goethe-Instituts und die demokratische Qualität seiner Kulturarbeit, die heute zunehmend in das Fahrwasser rauer Machtpolitik gerate. Wolfgang Zellner lotet in einer von Ordnungszerfall und Großmachtkonkurrenz geprägten Welt die Handlungsspielräume Europas aus, während Wolfgang Kaleck fragt, wie sich das Völkerrecht gegen Trump verteidigen – und weiterentwickeln – lässt.

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