Ausgabe April 2018

Ein Neustart für die Pflege?

GroKo oder: Die große Verschleppung

Die merklich geschrumpfte große Koalition steht vor enormen Herausforderungen in einem politisch polarisierten und sozial gespaltenen Land. Aber nimmt sie diese auch an – oder droht ein erneutes Aussitzen dringender Zukunftsfragen? Dem widmen sich die folgenden Beiträge von Ulrich Schneider (zu Armut und Sozialpolitik), Grit Genster (zur Pflegereform) und Susanne Götze (zur Klimapolitik). – D. Red.

Wenige Tage vor seinem Amtsantritt wollte sich der neue Bundesgesundheitsminister Jens Spahn zwar noch nicht zu seinem Arbeitsfeld äußern, fand aber irritierende Worte zur Situation von Hartz-IV-Empfängern: In einem Zeitungsinterview meinte er, Hartz IV bedeute keine Armut. Vielmehr habe damit „jeder das, was er zum Leben braucht“.[1] Diese Behauptung sorgte für gehörige Irritationen bis in die eigenen Reihen, vor allem aber unter Betroffenen.[2] Ob sich der Gesundheitsminister in seinem eigentlichen Arbeitsbereich eine passendere Einschätzung der Lage verschafft, bevor er breit diskutierte Probleme für erledigt erklärt, bleibt abzuwarten. Auf seiner Agenda müsste jedenfalls eine Menge stehen, vor allem die desaströse Situation in der Pflege.

Erst als ein junger Pflege-Azubi die Kanzlerin kurz vor der Bundestagswahl mit seinen Fragen in der ARD-Wahlarena sprachlos machte, erhielt die Pflege auch im Wahlkampf die ihr gebührende Aufmerksamkeit.

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In der Februar-Ausgabe analysiert Ferdinand Muggenthaler die Folgen des US-Militärschlags in Venezuela für Lateinamerika – und erläutert, an welche Grenzen Trumps imperiale Ambitionen auf dem Subkontinent stoßen könnten. Nach vier Jahren russischer Vollinvasion und einem Jahr Trump ist die Ukraine zu einem zentralen Schauplatz im Ringen um eine imperiale globale Ordnung avanciert, argumentiert Steffen Vogel. Ulrich Menzel beschreibt die Konturen des heranbrechenden neuen imperialistischen Zeitalters, in dem das »Trio infernale« – USA, Russland und China – miteinander um die globale Vorherrschaft ringt. Seyla Benhabib beleuchtet unter Rückgriff auf das Denken Hannah Arendts die dramatischen Herausforderungen der Demokratie im planetarischen Zeitalter. Sonja Peteranderl zeigt auf, wie sich deutsche Behörden aus ihrer Abhängigkeit von Trump-hörigen Tech-Konzernen lösen können. Dass der öffentlich-rechtliche Rundfunk hierzulande nicht nur innenpolitisch unter Druck steht, sondern auch ausländische Regierungen politisch Einfluss auszuüben versuchen, zeigt Wolfgang Kraushaar am Beispiel der Kontroverse um die ARD-Israel-Korrespondentin Sophie von der Tann. Und Georg Diez plädiert angesichts der wachsenden Stimmenanteile der AfD für die Abkehr von Parteidisziplin und den Umbau der Demokratie hin zu einer zielorientierten Zwei-Drittel-Republik.

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