Ausgabe Oktober 2024

Flucht aus der »Hölle auf Erden«

Die Verbrechen von Darfur und die riskante Suche nach Gerechtigkeit

Sudanesische Flüchtlinge im Tschad, 23.6.2024 (IMAGO / Le Pictorium / Adrien Vautier)

Bild: Sudanesische Flüchtlinge im Tschad, 23.6.2024 (IMAGO / Le Pictorium / Adrien Vautier)

Kein Land hat bislang so viele sudanesische Geflüchtete aufgenommen wie Uganda. Seit im April vergangenen Jahres im Sudan ein Krieg zwischen der sudanesischen Armee und den paramilitärischen Rapid Support Forces (RSF) ausgebrochen ist[1], retten sich immer mehr Sudanesinnen und Sudanesen in das ostafrikanische Land. Über 37 500 sind mittlerweile registriert und jeden Tag werden es mehr. Vor allem aus der Region Darfur strömen die Menschen in Richtung Uganda, weil es kaum mehr andere Fluchtrouten gibt. Uganda nimmt Geflüchtete vergleichsweise unkompliziert und auch für längere Zeit auf. Über 1,7 Millionen Geflüchtete leben inzwischen in dem Land bei einer Bevölkerung von gut 47 Millionen Menschen; die meisten stammen aus dem Südsudan und der Demokratischen Republik Kongo.

Mittlerweile sind aber immer mehr Sudanesinnen und Sudanesen im Stadtbild von Ugandas Hauptstadt Kampala sichtbar. Sie eröffnen Restaurants, in denen sie sudanesisches Essen servieren, oder kleine Läden, die mit arabischen Schriftzeichen gekennzeichnet sind.

Viele von ihnen sind vom Krieg in ihrer Heimat gezeichnet, einige schwer traumatisiert. So auch die 45-jährige Aisha, verheiratete Mutter einer Tochter. Vor dem Krieg war sie Buchhalterin bei der Mission der Vereinten Nationen in der sudanesischen Region Darfur (UNAMID), bis ihr UN-Büro Anfang 2022 von Milizen überfallen und daraufhin geschlossen wurde.

»Blätter«-Ausgabe 10/2024

Sie haben etwa 8% des Textes gelesen. Um die verbleibenden 92% zu lesen, haben Sie die folgenden Möglichkeiten:

Artikel kaufen (2.00€)
Digitalausgabe kaufen (11.00€)
Druckausgabe kaufen (11.00€)
Anmelden

Aktuelle Ausgabe März 2026

In der März-Ausgabe spannt sich der Bogen von der Antike bis zur Gegenwartskrise: Markus Linden zeigt, wie die Neue Rechte Platon und Cicero für ihre antiliberale Propaganda vereinnahmt. Maike Albath beleuchtet, wie Giorgia Meloni der italienischen Rechten ein vermeintlich harmloses, mütterliches Image verleiht. Antje Schrupp bilanziert die Politik der Gleichstellung und fragt, wie weibliche Freiheit in einem postpatriarchalen Zeitalter neu gedacht werden kann. Zum Holocaust-Gedenktag fordert die Auschwitz-Überlebende Tova Friedman in einem eindringlichen Appell entschlossenes Handeln gegen den wieder aufblühenden Antisemitismus. Eva Illouz diskutiert mit Dieter Thomä, wie im Schatten des Gazakrieges die Voraussetzungen für eine friedliche Zukunft in Nahost geschaffen werden könnten. Wolfgang Zellner analysiert, wie Europa angesichts des drohenden Zerfalls der Nato seine Souveränität bewahren kann. Robert Misik plädiert für einen radikalen Linksliberalismus als Antwort auf den rechten Autoritarismus. Und während Jochen Ahlswede 15 Jahre nach Fukushima vor einer Entmachtung der Atomsicherheitsbehörden warnt, fragt Frank Adloff, wie sich eine ökologische Zukunft trotz multipler Krisen offenhalten lässt.

Zur Ausgabe Probeabo

Weitere Artikel zum Thema