Ausgabe August 2025

Wird das Zentrum halten?

Wie wir die demokratische Mitte retten können

Blick in das Plenum des Deutschen Bundestages, 25.3.2025 (IMAGO / photothek / Thomas Trutschel)

Bild: Blick in das Plenum des Deutschen Bundestages, 25.3.2025 (IMAGO / photothek / Thomas Trutschel)

Der Frontalangriff rechtsradikaler, in manchen Teilen neofaschistischer Parteien auf die Demokratie in Europa hat viele Bürgerinnen und Bürger aufgeschreckt. Die große Mehrheit lehnt diese Attacken ab und will sich politisch zur Wehr setzen. Doch zugleich herrscht Ratlosigkeit, wie, jenseits gelegentlicher Massendemonstrationen, die Demokratie dauerhaft verteidigt beziehungsweise stärker an ihr partizipiert werden kann. 

Gleichzeitig erweckt das politische Establishment den Eindruck, abgesehen von den Wahlstimmen nicht sonderlich an verstärktem Bürgerengagement interessiert zu sein. „Unten“ herrscht also Partizipationsstau, „oben“ Business as usual – so aber wird der Aufstieg der radikalen Rechten kaum aufzuhalten und einzudämmen sein. Das Postulat der zurecht geforderten „Brandmauer“ wird schal, wenn auf der „richtigen“ Seite attraktive Programme und lebendige Praxis fehlen. Um die Demokratie wirksam zu verteidigen, bedarf es eines vitalen Zentrums einer erweiterten Demokratie, muss das gerissene Band zwischen Bürgergesellschaft und Parteiensystem neu geknüpft werden. Dafür braucht es aber vor allem eine Analyse, wie sich die demokratische Mitte derart massiv verändern, ja, wie sie speziell in den Jahren des Bestehens der Europäischen Union von einer einst breiten Formation derart auf ein schmales Plateau zusammenschrumpfen konnte.

»Blätter«-Ausgabe 8/2025

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Aktuelle Ausgabe April 2026

In der April-Ausgabe erinnert Hauke Brunkhorst an den großen Sozialphilosophen und langjährigen »Blätter«-Mitherausgeber Jürgen Habermas, der am 14. März 2026 gestorben ist. Im Mittelpunkt seines Lebenswerks stand die Verteidigung der Demokratie. Diese, und mit ihr die Idee eines freien Westens, wird derzeit besonders von einer Figur herausgefordert: Donald Trump. Den unkalkulierbaren Folgen des Irankriegs für die Region wie für die internationale Ordnung widmen sich Dalia Dassa Kaye sowie Nicole Deitelhoff. Robert Kagan wiederum skizziert die absehbaren kriegerischen Folgen einer durch Trump zerstörten amerikanischen Ordnung – und deren hohe Kosten für die USA selbst. Was uns Thukydides heute über den drohenden Zusammenbruch der liberalen Welt lehren kann, fragen Carlotta Voss und Daniel-Pascal Zorn. Und Nick Reimer sowie Olga Bubich erinnern an die Reaktorkatastrophe von Tschernobyl vor vierzig Jahren und ihre Gegenwart im Schatten des Ukrainekrieges.

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